1. Waffenstillstand
Am liebsten wäre ich im Schloss geblieben...große Veranstaltungen wahren noch nie so mein Ding gewesen aber heute musste es sein den die sonst so blutrünstigen Dämonen haben einen Waffenstillstand vorschlagen und meine Mutter konnte natürlich nicht ablehnen als Königin der Engel.
Ich seufzte genervt und schaute über meine Schulter. Hinter mir erschreckte sich ein Land mit saftigen Rasen und weißen Blumen und in der Ferne ragte ein großer weißer Turm durch die Wolkendecke.
Jemand stach mir in die Seite und ich wurde aus meinen sehnsüchtigen Gedanken meines geliebten Bettes gerissen. Es war meine kleine Schwester Lani.
»Elly! Die Waffenstillstands Zeremonie beginnt gleich und du träumst vor dich hin? Du wirst niemals eine gute Königin sein!«
Sie war fast zwei Köpfe kleiner als ich, aber trotzdem war sie schon immer die verantwortungs bewusstere von uns beiden. »Ach sei doch still!« ich zog ihr an einem ihre Ohren und schaute sie gelangweilt an.
»Psst, seit ruhig ihr beiden.« flüsterte die Beraterin meiner Mutter, Mairell war ihr Name.
Lani und wartete geduldig darauf das die Dämonen endlich auftauchten. " Den Waffenstillstand vorschlagen aber dann nicht auftauchen. Sicher Plane diese Monster einen hinterhalt... " Ich beobachte die große Kluft die ein paar Meter vor mir lag die der Eingang zur Hölle darstellte. Plötzlich stieg ein stechender Geruch in meiner Nase hoch. Es roch nach verbrannter Haut und alles mögliche andere was brennbar ist und stinkt.
Ich hielt mir mit meiner Hand die Nase zu und atmete nur wenn ich die Luft nicht mehr anhalten konnte.
Schritte halten aus der Kluft und auch der Gestank verschwand allmählich so daß ich meine Hand von der Nase löste. Dann standen sie vor und: Dämonen. Einige sahen so gräslich aus wie aus den Erzählungen der Soldaten: Große Hörner die sich in alle Richtungen ausstreckten, extra arm-paare, köpfe die so aussahen wie die von Tieren oder noch abstraktere dinge. Manche sahen uns Engel wiederum gar nicht so unähnlich. Die Dämonen-Soldaten formten eine Schneise und drei gestalten kamen zum Vorscheinen. Es war Dämonen-König Zareth in Gefolge von einer Soldatin und einem kleinen Jungen.
Mehrere Engel-soldaten kamen mit Speren bewaffnet näher und stellten sich zur Sicherheit um meine Mutter, Lani, Mairell und mich.
»So begrüßt du uns also Solmiras?« sagte Zareth mit tiefer Stimme, die die Luft zum Beben brachte. Meine Mutter lächelte sanft wie immer und ließ sich nicht einschüchtern. »So sehen wir uns als wieder Zareth, aber diesesmal nicht als Feinde habe ich Recht?« ihre Stimme erwärmte jedem das Herz und die Stimmung lockerte sich langsam.
Ich starrte auf den kleinen Dämonen-Jungen der neben Zareth stand und nervös durch die Gegend schaute. Er war anscheinend genauso alt wie ich und wahrscheinlich auch der Sohn von Zareth.
" Wie erbärmlich. " Wäre dies hier nicht einen Versammlung die über die Zukunft beider Länder bestimmen würde, wäre ich wohl im lachen ausgebrochen. Doch plötzlich schaute er in meine Richtung und unsere blicke trafen sich kurz. Er wunk mir nervös zu und hatte bemerkt das ich ihn angestarrt hatte. Schnell wich ich seinen Blick aus und beobachtete das Gespräch zwischen meiner Mutter die Engels-Königin Solmira und dem Dämonen-König Zareth.
Mir fiel auf das er blind war: seine Augen waren geschlossen und eine große Narbe die sich über seinem rechten Augen bis zu seinem linken Auge reichte war schuld daran, trotzdem schien er keines Wegs davon geschwächt zu sein.
Leider verstand ich kaum ein Wort da die beiden die ganze Verhandlung lang in der Antiken Sprache sprachen, das einzige Wort das ich entziffern konnte war: Feder. Nachdem dieses Wort gefallen war setzte sich Solmiras ein Lächeln auf die Lippen das mir ein Schauer über den rücken laufen ließ.
Ich schaute zurück zum Jungen der mit einem Blick der gemischt war von Nervosität und Trauer zu Boden schaute. Verstand er wovon die beiden Sprachen? Wohl eher nicht.
Die Soldatin trat näher und legte kurz ihre Hand auf seine Schulter. Sie machte allerdings nicht den Eindruck das sie ihn aufmuntern wollte auch wenn die Geste so etwas den außenstehenden zeigen sollte.
Ich blickte wieder zu Solmira und Zareth und sah wie Mairell ein Formular auf ein Tisch legte den ein Engels-Soldat vor kurzem errichtet hatte.
Solmira rupfte sich eine Lockere Feder aus ihren Flügel und tupfte diese in ein Tinten-glaß, sie unterschrieb so schnell das es aussah als wäre die Feder über das Blatt geflogen. Meine Mutter löste ihren griff von der Feder und diese glit sanft durch die Luft und verbrannte in einer goldenen Flamme die sich plötzlich um sie bildete.
Ich beobachtete wie Zareth der Feder sehnsüchtig hinterher blickte, was ein komischer Anblick für einen blinden war. Er brach sich die Spitze seines Horns ab und tunkte dieses ebenfalls in ein Tinten-glaß. Ich bezweiffelte schwer das man mit so etwas unterschreiben könne, auch wen er nicht so elegant wie Solmira unterschrieb war ich doch beeindruckt das dass Blatt nicht zeriss. Zareth drehte sich um und warf seine abgebrochen Horn-spitze in den Abgrund der zur Hölle führte.
Lani zupfte hektisch an meinem Kleid und wollte das ich mich umdrehe, also schaute ich über meine Schulter und sah das einige Engel eine Bankett Tafel mit Buffet aufbauten.
»Och nee...« flüsterte ich leise »Nicht nocht ein Buffet... Ich will zurück in mein Zimmer...«
»Tja, mehr für mich!« kicherte Lani leise.
Solmira und Zareth verbeugten sich beide gleichzeitig, es war nur eine kleine Geste des Respekts aber die Verhandlung für den Waffenstillstands war endlich abgeschlossen. Der Friedensvertrag wurde geschlossen. Trotzdem Frage ich mich was genau dieser Vertrag war, oder was der eine vom anderen gefordert hatte.
Lani rannte blitzschnell zu unserer Mutter um vor der Masse der Engels-Soldaten bei ihr anzukommen die sich um Solmira sammelte.
Ich nutzte diese Chance um in einem nahe gelegenen Wald zu flüchten und zu warten bis der ganze Trubel zu Ende ist. Ich fand eine kleine Lichtung mit einem Stein in der Mitte auf den ich mich setzte. »Meine Beine tuen von diesem ganzen rumgestehe langsam echt weh, bin ich froh endlich eine sitz Gelegenheit zu haben.« seufzte ich erleichtert und mir fiel auf das dieser Ort mir bekannt vorkam.
Ich stand auf und wollte mir einen kleinen Trampelpfad genauer ansehen den ich entdeckt hatte, da knackte es plötzlich. Ich wirbelte einmal schnell um meine Achse und sah den Dämonen-Junge der sich panisch hinter einem Baum versteckte.
Ich hob meine Hand und erschuf schnell ein kleines Schwert aus Licht. »Kein Schritt weiter Dämon!« giftete ich und hoffte das er so verschwand, aber er kam nur mit gehobenen händen aus seinem Versteck.
*»*Leg die Waffe weg, okay? Wir haben jetzt offiziell einen Waffenstillstand. « Erklärte er ruhig. Ich ließ die Waffe unbeeindruckt verschwinden und musterte ihn. Er hatte schwarze Haare mit gekringelten Hörner. Seine Augen waren rot aber zeigten keine Angriffslust oder Brutalität sondern nur Unschuld.
»Was willst du Dämon?« fragte ich genervt und stellte mich locker hin.
»Mein Vater sagte-« ich unterbrach ihn indem ich mich umdrehte und den Trampelpfad entlang ging.
»W-warte doch!« rief er hinterher.
»Wenn es wichtig ist komm doch mit und erzähl mir es unterwegs… Dämon.« murmelte ich und zerschnitt dabei ein paar Äste und Sträucher die mir im Weg wahren.
»Also erstens ich heiße Kaelen. Zweitens: mein Vater hat gesagt ich soll dich zurück holen fürs Bankett.« erklärte Kaelen mir nervös und kam mir hinterher.
»Also erstens Kaelen, ich höre nicht auf einen Dämon und zweitens werde ich nicht zum Bankett mitkommen!« erwiderte ich und beschleunigte meinen gang.
Er beschleunigte seinen gang auch und folgte mir. Genervt stapfte ich weiter.
»Äh...«
»Was los Dämon? Du hast mir alles gesagt was du mir sagen wolltest also lass mich in ruhe.«
»Hör mal Engel-«
»Mein Name ist Ellynara.« antwortete ich kalt.
»Hör mal Ellynara-«
Genervt ging ich weiter und drehte mich während ich weiter ging zu Kaelen um.
»Was willst du?! Du nervst-« ich rutschte irgendwo ab und fiel hinunter. Plötzlich ergriff Kaelen meine Hand.
»Da ist eine Klippe...Ellynara.«