Nur ein Sommertraum?

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Summary

Apricot träumt jede Nacht von "ihm" und hofft, ihm am Ende ihres Sommerurlaubs zu begegnen. Ist "er" real - oder ist alles nur ein Traum?

Status
Complete
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
13+

Nur ein Sommertraum?


Der warme Wind spielte mit dem Saum ihres Sommerkleides, das in weichen Orangetönen leuchtete. Sie spürte die Brise, die ein wenig Erfrischung brachte nach den heißen Stunden des Tages.

Apricot seufzte und atmete tief die salzige Luft ein, die von der Küste unter ihr herangetragen wurde. Sie lehnte sich auf die Balkonbrüstung und hielt ihr Gesicht den letzten Strahlen der Sonne entgegen. Wärme durchflutete sie, und ein angenehmes Gefühl von Geborgenheit breitete sich in ihr aus. Es war so wunderschön hier, dass sie gar nicht mehr nach Hause wollte. Doch es war der letzte Abend an der Küste, der Urlaub neigte sich seinem Ende zu.

„Werde ich dich noch sehen?“, murmelte sie, öffnete die Augen und sah über das weite Meer. Dort, wo die Sonne hinter glitzernden Wolken unterging und langsam im Meer versank, genau dort musste er sein - ihr Drache. Sie hatte die ganze Woche von ihm geträumt. Es war so real gewesen, als ob es ihn wirklich gab. Wenn sie nur lang genug zum Horizont sah – wenn sie nur fest genug an ihn glaubte ...

„Wartest du wieder auf ihn?“

Apricot lächelte, ohne sich umzudrehen. Die Stimme gehörte ihrer Tante Beatrice, mit der sie gemeinsam den Urlaub verbrachte. Eine Woche Freizeit von der Stadt. Erholung pur.

„Vielleicht“, antwortete Apricot. „Aber vielleicht war er nur ein Traum.“ Sie seufzte leise und ließ die Schultern hängen. Doch ihr Herz wollte nicht aufgeben, zu hoffen.

Ein leises Klicken – die Balkontür schloss sich, und Apricot war wieder allein.

Oder fast.

Denn genau in diesem Moment flackerte ein goldener Funken am Horizont. Ihr Herz machte einen Sprung. Mit offenem Mund blickte sie dorthin. Dort, wo Himmel und Meer sich küssten, erhob sich eine Silhouette – schimmernd, anmutig, königlich. Ein gigantisches Wesen mit ausgebreiteten Flügeln, das sich durch den Sonnenuntergang bewegte wie ein Gedanke durch eine Erinnerung.

„Du bist also doch echt“, hauchte sie ungläubig. Sie hielt den Atem an, als der Drache immer näherkam. Für einen Herzschlag war es, als würde die Luft zwischen ihnen vibrieren – wie ein geheimer Akkord, den nur sie beide kannten. Ein heftiger Windhauch ließ ihr Haar emporwirbeln und ihr Kleid aufblähen. „Du bist wirklich gekommen“, flüsterte sie.

Plötzlich hüllte ein Sternenregen sie ein, flirrte silbrig um sie herum, ein Wirbel von Glitzer und Funkeln. Und als der Wind ihn fortgetragen hatte, war kein Drache mehr in der Luft, sondern ein Mann direkt vor ihr – auf dem Balkon.

Sein Haar war dunkler als der Himmel um Mitternacht, seine Augen schimmerten wie das Meer im Sternenlicht. Ein Hauch von Glanz lag auf seiner Haut, als wäre er selbst von Sonnenlicht durchwirkt. Und als er einen Schritt auf sie zuging, setzte ihr Herz für einen endlos scheinenden Moment aus.

„Bist du real?“, fragte sie atemlos.

Er lächelte. „Nur für dich.“

Sie hätte lachen können, so kitschig war es. Aber da war nichts Ironisches in seinen Worten. Nur Wahrheit. Nur Gefühl. Er meinte es wirklich so.

Sie trat auf ihn zu, und als seine Hand ihre berührte, war es, als würde etwas in ihr schwingen, als würde sie erst jetzt wirkliche Entspannung und Erholung erleben.

„Ich habe von dir geträumt.“

„Ich habe dir die Träume geschickt.“ Seine silberblauen Augen leuchteten, und er beugte sich tief zu ihr hinunter. Sie fühlte seinen Atem auf ihren Wangen. „Ich habe gehofft, dass du nach mir Ausschau hältst.“

Sie starrte wie bezaubert auf seine Lippen, die ihr so nah waren. „Warum gerade ich?“, fragte sie wispernd.

„Weil du Apricot bist, von der Sonne geküsst“, hauchte er.

Mit großen Augen sah sie zu ihm hoch, ihr Herzschlag beschleunigte sich. „Und?“

„Du bist mein Gegenstück, meine Seelenverwandte.“ Mit diesen Worten beugte er sich dichter zu ihrem Mund herab. Langsam. Vorsichtig. Um ihr Zeit zu lassen.

Doch Apricot brauchte keine Zeit zum Nachdenken. Sie hob ihm ihren Kopf entgegen. Ihre Lippen berührten einander. Zart und sanft und doch hingebungsvoll.

Der Kuss schmeckte nach Sternenglitzer, nach Meeresgischt, nach einem Versprechen. Die Welt um sie herum verblasste. Da war nur noch seine Nähe, seine Wärme, sein Duft, der sie schwindlig machte. Ihre Finger gruben sich in sein Hemd. Seine Hand strich über ihren Rücken, zog sie näher, bis kein Raum mehr zwischen ihnen war.

Und die Magie des Augenblicks flackerte auf.

Glühende Funken tanzten um sie herum. Ihre Haut schimmerte – als wäre sie selbst Teil des Sonnenuntergangs geworden. Ihr Drachenprinz hob sie hoch, trug sie ins Zimmer, und mit jeder Berührung wurde aus ihrer Sehnsucht Gewissheit.

Er war nur in ihrem Traum gewesen. Doch jetzt war er hier, bei ihr. Und seine Liebe erfüllte sie mit einer unendlichen Glückseligkeit. Er nahm sie mit hoch zu den Sternen und hielt sie fest in seinen golden schimmernden Armen, als das Feuerwerk der Liebe über sie beide hereinbrach.

Und als die Nacht endete, schlief Apricot an ihn geschmiegt ein – leicht, frei, geborgen.