Prolog
Das Feuer riecht nach Salz und Eisen.
Ich knie im Staub, spüre, wie mein Herz zu schnell schlägt, zu laut, als würde es fliehen wollen, bevor das Schwert mich erreicht.
„Bitte nicht“, flüstere ich flehend.
Seine Finger zittern am Griff. Seine Augen — gold wie Morgenlicht — brennen.
„Ich muss“, sagt er und schluckt schwer. „Wenn ich es nicht tue, wird alles enden. Die Welt. Du. Ich.“
Ich lache. Es klingt gebrochen und unecht. „Du redest, als wäre das nicht schon längst passiert.“
Ein Windstoß wirbelt Asche auf, trägt sie zwischen uns. Überall riecht es nach brennender Erde und vergossenem Blut. Die Mauern des Tempels beben, als die Runen auf den Steinen zu glühen beginnen.
„Ich erinnere mich an dich“, sage ich leise. „Vor der Dunkelheit. Vor allem.“
Etwas in seinem Blick zerbricht. „Dann vergiss mich. Bitte. Das musst du mir versprechen!“
Dann trifft mich das Schwert. Der Schmerz explodiert in mir. Gleißendes Licht blendet mich und dann folgt Stille.
Ich falle. Und während die Welt um mich herum zu Staub zerfällt, flüstert er noch etwas, so leise, dass nur mein schwindender Geist es hören kann:
„Wenn du zurückkehrst, Freya… suche mich nicht.“
———
Jahrhunderte später. Eine Stadt aus Glas und Regen.
Eine junge Frau öffnet die Augen, weil ihr Herz kurz aussetzt. Sie weiß nicht, warum sie weint.
Sie weiß nur, dass etwas schreckliches passiert ist und sie ein unbändiges Verlangen nach Antworten durchströmt. Irgendwo da draußen kennt jemand ihren Namen und sie muss herausfinden wer.