Kapitel 1
Das Lachen meiner Freunde Halte durch den ganzen Schlossgarten, als wir vier uns gegenseitig einen Witz erzählt hatten. Wie wir dabei kamen, hatte ich nicht mehr gewusst »Und freust du dich schon auf deinen Kleinen Bruder, ich habe deine Mutter gesehen und ich glaube schon sehr das es bald losgehen wird« Lilane lächelte mich Breit an und versucht wohl von mir eine Antwort zu erhaschen.
»Ich weiß nicht, einerseits freue ich mich schon darauf, einen kleinen Bruder zu bekommen. Aber andererseits habe ich Angst, da die Babys immer schreien und ich hasse es doch so sehr, wenn es laut ist.«Ich atme tief aus und blickte die drei an, Lennox sah mich an, als hätte ich gerade seinen Bruder beleidigt. »Naja, irgendwie stimmt das, du hast so viel, was du teilen musst, und nie darfst du alleine sein, wenn du ein Geschwisterkind hast. Manchmal ist das wirklich unglaublich nervig, wenn du das ältere Kind bist und alles machen musst.« Lennox verdrehte die Augen und fing mit den anderen zwei zu lachen an.
»Ist es so schlimm?« fragte uns Mara, die neben Lennox saß und hin und her blickte, als würde sie die gesamte Welt nicht verstehen.
Wir nickten und lachten nur und dennoch verstand sie es nicht, bis sie einfach mit uns lachte.
»Also gut Leute, ich muss langsam nach Hause gehen, wir sehen uns dann Morgen!« Tyler stand langsam von seinem Platz neben uns auf und hob dabei eine seiner Hände hoch, um uns zu winken, wir taten es ihm gleich und winkten zurück.
»Zum Glück darf ich länger draußen bleiben, also außer es gibt Essen, dann bin ich echt schnell unterwegs.« grinste Lennox und blickte uns mit seinen Bernsteinfarbenen Augen an. Insgeheim hatte ich einen großen Crush auf ihn und deshalb war ich wirklich Rot wie eine Tomate.
»Ich werde auch gehen« Mara räumte langsam ihre Sachen ein steht danach auf, sofort stand auch Lilane auf, »Jap ich gehe auch mal, es gibt gleich Abendessen, und ich habe wirklich Hunger« Die beiden Verabschieden sich von uns und nun war ich mit Lennox alleine.
Meine warmen Wangen waren noch immer da, ich sollte eigentlich mit mir zusammen reisen, aber wie soll das gehen, wenn vor mir ein wirklich heißer Kerl saß.
Seine Augen waren wie ein Wald im Sommer, und seine braunen Haare sind so weich, darin könnte ich mich wie ein Schwein im Matsch suhlen.
Nach komm schon reiß dich zusammen, vielleicht mag er mich ja nicht und ist nur nett weil wir Freunde sind?
Urgh das wissen es nicht zu wissen, ist schlimm und unangenehm peinlich.
Frag ihn doch einfach irgendwie, ob er dich mag.
»Lennox ich habe da mal so eine -« genau jetzt wurde ich von dem Ruf von Lennox Mutter unterbrochen. Seufzend packte er seine Sachen und blickte mich liebevoll an, dieses Lächeln ist einfach Traumhaft. »Also Nora wir sehen uns dann Morgen wieder!« Mit dem Lächeln verschwand er aus meinem Sichtfeld, wobei ich nun alleine in dem riesigen Schlossgarten war.
Schreie sehr viel davon, ich wusste genau warum die schreie meiner Mutter ähnlich waren. Denn es war meine Mutter, sie schrie so Qualvoll auf, und es zerriss mein Herz in tausend Stücken. Jedes Stöhnen oder Flehen das es hören soll, macht das Loch in meiner Brust immer größer und breiter.
Vorsichtig berührte ich die Spitzen meines Fußes, die Dielen meines Fußbodens, diese gaben immer ein leichtes Knarzen von sich. Mein Zimmer war vom Mond, der durch die bodentiefen Fenstern schien, klar und deutlich beleuchtet. Es war schlicht gehalten, und man könnte meinen, dass durch den Mond meine ganzen Bücher in meinem Regal funkeln. Wie als würden Feen ein kleines bisschen Feenstaub verteilen.
Ein lautes gequältes Stöhnen riss mich aus meiner Fantasie und sofort lief ich auf meine Große Eichentür zu. Riss mit der Hand die goldumrandete Türklinke runter und lief sofort den breiten Gang entlang.
Der Flur war luxuriös geschmückt und gestaltet, ein Teppich in strahlendem Rot war den Gang entlang gelegt worden. Feinster Seide, aber für mich war das nicht wirklich eine Bedeutung.
Ich mache keinen Hehl daraus, ob ich reich oder arm war, aber leider bin ich die Prinzessin und somit lebte ich in Reichtum.
Meine nackten Füße schritten langsam den seidigen Teppich entlang, der Flur erstreckte sich über Meter hinweg.
Mein Atem war ruhig, obwohl jeder Schrei, der aus meiner Mutter´s Kehle kam, schmerzte. Langsam kam ich immer näher den Gemächern meiner Eltern, und immer lauter wurden die gequälten Schreie.
Mit angehaltenem Atem stand ich vor der Tür, diese war genauso von Gold überzogen, jeder einfache Rüber würde sich daran ergötzen.
»Nein, ich kann das nicht mehr… bitte es soll aufhören!« Die leise schmerzverzerrten Rufe meiner Mutter waren wie ein schlag in die Magengrube, ich spürte wie viele Heiler in dem Raum herum wühlten. Die Eichenholz Türe war einen Spalt offen, ich nahm mir diesen Moment um Heimlich hinein zu blicken.
Der Anblick der mir da bietet war einfach nicht mehr zum Aushalten, meine Mutter lag auf dem Bett, in ihrem Ehebett verkrampf und laut schreiend, die Beine gespreizt. Mein Vater war neben ihr, hielt ihre hand fest in seiner , mit der anderen Tupfte er mit einem Tuch die Stirn meiner Mutter ab, und sprach beruhigende worte zu ihr.
»Er ist fast da, meine Liebe, machen sie weiter, sie schaffen das,« ermunterte eine Heilerin meine Mutter, die mit schmerzverzerrtem Gesicht nickte. Sie presste nochmals schreiend und legte ihren Kopf zurück in die Kissen. Meine Augen schlossen sich als ich merkte wie mir fast das Abendessen Hoch kam. Aber ich beherrsche mich nur darüber nachzudenken und das in so einer Situation.
»Er ist gleich da, noch einmal pressen«, mein Vater strich über ihre Stirn und gab ihr dabei einen sanften Kuss, Sofort fing an meine Mutter zu schreien und zu pressen und im nächsten Atemzug ertönte ein leises Kreischen. Und ein tiefes Ausatmen ertönte leicht. »Es ist ein Junge, Herzlichen Glückwunsch eure Hoheit« ein Junge?
Dann ist das Erbe wohl gerettet, denn Männer waren hier sehr beliebt für Ausgewählte Frauen. Die Frauen, die aber nicht vom Licht des Feuers ausgewählt werden, werden an den Todesgott geopfert. Dieses Ritual wird dann in Kraft gesetzt, wenn das Mädchen seine erste Periode bekommt.
Ich hoffe nur sehr, ich bekomme sie nicht, ich habe immer so sehr Angst davor.
»Enora liebes, komm doch hervor und sag Damon Hallo«, sprach mein Vater mich an und sofort wurde ich in meinem Versteck steif, aber mit einem tiefen Atemzug trat ich in die Gemächer meiner Eltern.
Meine goldenen Augen waren auf meine Eltern gehaftet, und darauf, was sie in den kleinen eingepackten Decken war. Die Heiler um mich herum hatte ich ausgeblendet, meine Schritte waren leicht unkodiniert und dennoch war alles mir egal.
Meine Mutter lag im Bett, erschöpft und verschwitzt, aber lebendig, dabei musste ich lächeln, mir fiel ein Stein vom Herzen. »Ist das mein kleiner Bruder?« meine Stimme zitterte, als ich es meinen Vater fragte, noch immer ungläubig, doch er nickte und bestätigte somit meinen Fall. Vorsichtig gab mir mein Vater den Kleinen Damon in meine Arme. Er war so winzig klein und noch so unerfahren von der Welt da draußen. »Er ist so süß..« meine Stimme bebte und ein Lächeln erschien mir auf den Lippen, der kleine Damon hatte sich an meinem Daumen festgehalten und nuckelte an seinem Finger. Seine kleinen Augen waren geschlossen, und ich konnte schwören, dass seine Haare schwarz werden.
»Enora… Mein Engel ist das Blut?« hörte ich meine Mutter wispern, und sofort schoss mir jegliche Farbe aus dem Gesicht Blut?
Sofort schaute ich an mir hinunter und tatsächlich, es war Blut, es war mein Blut.
Meine Augen füllten sich mit Tränen, ich hatte meine erste Periode bekommen und es wird heißen, dass ich zu dem Ritual gehen muss. »Mom… Dad, bitte, sagt einfach, dass es Blut von einem Tier oder… oder von einer Wunde ist« flehe ich und blickte beide Elternteile an, meinen Bruder fest im Arm haltend.
»Ich kann sie nicht verlieren Herold ich schaffe es nicht, sie ist erst 19 jahre und wenn sie es nicht schafft, wenn die Flamme sie nicht auserwählt und still bleibt dann…« Hörte ich meine Mutter weinen und ich konnte es verstehen, sie musste es nicht zu ende sagen wir alle wussten genau was passieren wird wenn die Flamme des Lichts nichts tut und stumm bleibt. Ich saß da, in einem weißen Gewand, nicht mehr in meine bequemen Klamotten. Alleine auf einem Stuhl, dabei verdammt meinen Eltern beim Flehen zu hören mich zu behalten.
»Hallo Enora, ich bin Serath, ich bin diejenige, die dich zum Ritual führt.« Meine Augen trafen das Gesicht der Priesterin, sie hatte keine Augen, und dennoch konnte sie mir in die Seele blicken.
»Keine Sorge, da wir es mit deinen Eltern abgeklärt hatten, wird es bei dir dauern und du kannst dich wenn nötig bei deinen lieben Eltern verabschieden.« Serath grinste mich an und sofort beschlich mich das gefühl das ich sie nicht vertrauen durfte. Aber ich nickte auch wenn sie es nicht sehen wir, meine Gedanken waren einfach bei meinen Eltern. Und das, was auf mich zukommen mag.