TAKE ME MR CEO Band 1 (deutsch)

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Summary

Ein Haus. Ein Mann. Keine Regeln. Und eine Grenze, die sie nie überschreiten wollte. Sabrina ist auf der Suche nach einem Neuanfang in Miami. Ohne Geld, ohne Sicherheit, mit nichts als dem Willen zu überleben. Nach unzähligen Absagen nimmt sie schließlich einen Job an, der zu gut klingt, um harmlos zu sein: Hausdame in einem abgeschirmten Anwesen. Der Auftraggeber ist Dominic Blackwell – mächtiger CEO. Ein Mann, der keine Fehler duldet und keine Nähe kennt. Zwischen strengen Abläufen, unausgesprochenen Erwartungen und einer Atmosphäre, die von Macht und Spannung durchzogen ist, gerät sie immer tiefer in Blackwells Welt...

Genre
Romance
Author
kiaravice
Status
Excerpt
Chapters
49
Rating
4.9 17 reviews
Age Rating
18+
This is a sample

Neuanfang

SABRINA

Miami hatte mich nicht willkommen geheißen.

Ich erinnerte mich noch genau an den Moment, als ich aus dem Bus gestiegen war, der mich vom Flughafen in die Stadt gebracht hatte. Die Türen hatten sich zischend geöffnet, feuchte Hitze war mir entgegengeschlagen wie eine Wand, und für einen Sekundenbruchteil hatte ich überlegt, einfach sitzen zu bleiben. So zu tun, als wäre ich nie angekommen und diese Entscheidung hierher zu kommen nie getroffen. Aber Entscheidungen ließen sich nicht zurücknehmen. Sie brannten sich ein, wie Narben.

Damals stand ich mit einem einzigen Koffer am Straßenrand, das Plastik des Griffs klebte bereits an meiner schwitzenden Handfläche, und sah mich um. Palmen säumten die Straße, geschniegelt genug, um unecht zu wirken. Hochhäuser aus Glas spiegelten die Sonne so grell wider, dass mir die Augen tränten. Menschen gingen an mir vorbei, zielstrebig, selbstsicher, schön. Zu schön. Alles hier war zu glatt, zu perfekt, zu laut.

Vom ersten Atemzug wusste ich , ich passte nicht hierher . Ich war nicht nach Miami gekommen, weil ich es wollte, sondern weil mir nichts anderes übrig geblieben war. Weil das, was ich zurückgelassen hatte, mich irgendwann zerstört hätte, wenn ich länger geblieben wäre. Manche Orte ließen dich nicht gehen. Sie hielten dich fest, bis nichts mehr von dir übrig war.

Miami versprach Freiheit. Zumindest dachte ich das.

Ich hatte mir geschworen, nicht zurückzublicken. Nicht an das zu denken, was hinter mir lag. Nicht an dieses dumpfe, zermürbende Gefühl, permanent zu wenig zu sein. Zu schwach. Zu falsch. Zu leise. Doch genau dieses Gefühl hatte Marc mir beigebracht. Mein Verlobter. Er musste mich nicht anschreien, um mich kleinzuhalten. Er tat es leiser. Präziser. Mit Blicken, mit Pausen, mit Sätzen, die harmlos klangen und sich trotzdem wie Fesseln anfühlten.Ich fragte ihn bei allem. Wirklich bei allem. Ob ich etwas kaufen durfte. Ob es „nötig“ war. Ob es angemessen war. Ob es ihm gefiel. Freundinnen hatte ich irgendwann keine mehr. Nicht, weil er es mir ausdrücklich verboten hätte – er hatte nur jedes Treffen so lange schlechtgeredet, bis ich selbst glaubte, es lohne sich nicht. Bis ich mir einredete, ich sei ohnehin lieber zu Hause. Ruhiger. Unkomplizierter.

Arbeiten durfte ich nicht. „Wir brauchen das nicht“, hatte er gesagt. „Ich kümmere mich um uns.“ Stattdessen steckte er mir Geld für den Haushalt zu. Abgezählt. Kontrolliert. Als wäre ich ein Kind, das nicht mit Zahlen umgehen konnte. Als müsste man mir Vertrauen rationieren.

Mir war nicht einmal klar, woher dieses Geld eigentlich kam. Irgendwann hatte ich ihn danach gefragt , daraufhin sah er mich lange an und dann kam dieses schmale, undurchdringliche Lächeln, das keine Widerworte duldete. „Auswärtige Geschäfte“, hatte er es genannt. Mehr nicht. Keine Details. Keine Orte. Keine Erklärungen. Nur das unausgesprochene Signal, dass meine Neugier fehl am Platz war. Und ich hatte gelernt, sie mir abzugewöhnen.

Irgendwann glaubte ich selbst, dass ich zu laut war, wenn ich widersprach. Zu fordernd, wenn ich etwas wollte. Zu egoistisch, wenn ich an mich dachte.Also schwieg ich. Und wurde kleiner. Schritt für Schritt. Bis ich es nicht mehr aushielt.

Es war kein großer Moment. Nur dieser eine Abend, an dem er wieder für ein paar Tage weg war. Ich wartete, bis die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen war.Dann ging alles erstaunlich schnell. Ich packte nur das Nötigste. Kleidung, die in einen Koffer passte. Dinge, die mir gehörten – oder zumindest das, was ich mir noch als „meins“ erlaubte. Das Geld hatte ich mir über Monate zusammengespart. Kleine Beträge. Wechselgeld. Scheine, die ich zur Seite gelegt hatte, als würde ich ein schlechtes Geheimnis hüten.

Zweitausendfünfhundert Dollar. Mehr hatte ich nicht. Aber es reichte, um zu gehen. Ich verließ Texas in derselben Nacht. Miami lag weit genug weg, um nicht gefunden zu werden. Weit genug, um wieder atmen zu können. Ich wusste nicht, was mich dort erwartete. Nur eines war mir klar: Alles war besser, als bei Marc zu bleiben.

Der erste Tag in Miami war ein einziger Kampf gewesen. Die Hitze lag wie eine schwere Hand auf meiner Haut, presste mir die Luft aus der Lunge, während die Erschöpfung der Reise in jedem Knochen steckte. Jeder Schritt fühlte sich zu viel an, jeder Gedanke zu laut.

Ich hatte mir ein billiges Motel gesucht. Nichts Besonderes. Nichts, das Fragen stellte. Das Zimmer roch nach scharfem Reinigungsmittel und alten Teppichen. Nicht angenehm, aber erträglich. Es war sauber. Und es war billig. Mehr brauchte ich nicht. Mehr konnte ich mir nicht leisten.

In dieser ersten Nacht hatte ich kaum geschlafen. Die Stadt ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Durch die dünnen Wände drangen Sirenen, Stimmen, ferne Musik, Gelächter. Ein Leben, das weiterlief, während ich reglos auf dem schmalen Bett lag und an die Decke starrte. Jedes Geräusch ließ mich zusammenzucken. Noch immer wartete ein Teil von mir darauf, seinen Schlüssel im Schloss zu hören. Auf Schritte. Auf seine Stimme. Aber sie kamen nicht. Und irgendwann, kurz vor dem Morgengrauen, schloss ich endlich die Augen und schlief.

Am nächsten Morgen zog ich meine wenigen ordentlichen Sachen an, band mir die Haare streng zusammen und verließ die Wohnung. Mein Geld reichte kaum noch für ein paar Tage, der größte Teil war für den Flug drauf gegangen . Ich brauchte dringend einen Job. Firma um Firma klapperte ich vormittags ab, ließ Bewerbungen auf Schreibtischen zurück, fragte in Bars und kleinen Cafés nach Arbeit. Überall dieselbe Szene. Dieselben Blicke. Kurz prüfend glitten sie über mich hinweg, blieben einen Moment zu lange an meiner Kleidung hängen, an meinen Schuhen, an dem leichten Zittern meiner Hände. Dann das höfliche Nicken. Das bedauernde Lächeln. Oder gar nichts. Als wäre ich nicht mehr als eine weitere Frau mit zu großen Hoffnungen .

Am späten Nachmittag hatte ich so ziemlich jeden Laden abgeklappert. Meine Beine brannten, meine Schultern schmerzten, und die Hitze legte sich wie ein schwerer Film auf meine Haut. Zu wenig Schlaf, zu viele Absagen. Langsam ließ ich mich auf eine kleine Bank am Beach sinken. Der Sand knirschte unter meinen Schuhen, irgendwo lachte jemand, das Meer rauschte träge im Hintergrund. Ich lehnte den Kopf zurück und schloss für einen Moment die Augen, bevor ich mich auf den Weg zurück ins Hotel begab.

An der kleinen Straßenecke, an der mein Hotel lag, blieb mein Blick plötzlich hängen. Ein schmales Büro in einem unscheinbaren Gebäude mit einem schlichtes Schild an der Tür. Private Household Services. Die Fenster waren leicht staubig, das Licht im Inneren gedämpft. Nichts daran wirkte einladend – und vielleicht war es genau das, was mich stehen bleiben ließ. Ich zögerte einen Moment, dann drückte ich die Klinke hinunter. Die Tür öffnete sich mit einem leisen Klingeln. Drinnen roch es nach Papier und abgestandenem Kaffee. Ein schmaler Flur führte zu einem kleinen Empfangsbereich, kaum größer als ein Wohnzimmer. Kein Fenster nach draußen, nur eine flackernde Neonröhre an der Decke.

Hinter einem Schreibtisch saß eine Frau mittleren Alters. Ihr Blick glitt kurz zu mir „Ja?“, fragte sie knapp.

Ich schluckte, straffte die Schultern. „ Guten Tag , ich habe das Schild draußen gesehen ...Ich suche Arbeit.“

Sie musterte mich noch einmal. Von den festgebundenen Haaren bis zu meinen abgelaufenen Schuhen. Dann nickte sie langsam und griff nach einem Formular.

„Erfahrung?“

„Ja“, antwortete ich. ”

Ein kaum merkliches Brummen. Zustimmung oder Zweifel – ich konnte es nicht sagen.

„Setzen Sie sich.“

Der Stuhl vor dem Schreibtisch knarrte leise, als ich Platz nahm. Während sie meine Daten notierte, sagte sie beiläufig: „Wir vermitteln keine Putzjobs für Wohnungen.“

Ich hob den Blick.

„Privathaushalte“, fuhr sie fort. „Groß. Diskret. Gut bezahlt. Unsere Kunden legen Wert auf Ruhe und darauf, dass man sie nicht sieht.“

Ein seltsames Ziehen breitete sich in meiner Magengrube aus.

„Und auf Verschwiegenheit“, fügte sie hinzu, ohne aufzusehen. Sie schob mir das Formular über den Tisch. Papier raschelte. Ein Stift rollte mir entgegen. „Name. Telefonnummer. Verfügbarkeit“, sagte sie routiniert. „Und unterschreiben Sie hier.“

Ich füllte alles langsam und sorgfältig aus und reichte es ihr zurück. Sie überflog die Seiten, nickte einmal knapp und legte die Formulare beiseite.

„Wir hätten etwas Aktuelles“, sagte sie dann und lehnte sich zurück. „Ein Privathaushalt. Groß. Sehr anspruchsvoll.“

Ich hob den Blick. „Wann?“

„Sofort.“

Mein Herz machte einen kleinen Satz. „Und… wo?“

Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihr Gesicht. Kein freundliches. Eher eines, das sagte: Jetzt wird es interessant.

„Miami Beach. Abgeschirmtes Anwesen. Alleinstehender Auftraggeber.“ Sie machte eine kurze Pause. „Sehr bekannt.“

Ich spürte, wie sich meine Finger um den Stift verkrampften. „Bekannt… wie.. wer?“

Sie sah mich nun direkt an. Ihr Blick war scharf, wachsam. „Sie kennen ihn. Jeder kennt ihn. Aber das spielt keine Rolle. Sie werden ihm eh nicht begegnen.“ Diese Worte sollten beruhigend klingen. Taten sie aber nicht. „Arbeitszeiten flexibel. Bezahlung überdurchschnittlich. Unterkunft direkt auf dem Gelände.“ Sie sah mich streng an bevor sie leise flüsterte „ Es wird absolute Diskretion verlangt . Kein Reden. Kein Nachfragen. Kein Fotografieren.“ Sie schob mir ein drittes Blatt hin. Eine Verschwiegenheitserklärung. Lang und kleingedruckt. „Wenn Sie unterschreiben“, sagte sie ruhig, „gehört Ihr Alltag für die nächsten Wochen diesem Haus.“

Ich las meinen Namen unter der Zeile. Zögerte. Dachte an mein leeres Portemonnaie. An die Absagen, die sich wie Kaugummi an mir festkleben wollten. An das Hotelzimmer, das ich mir bald nicht mehr leisten konnte.

Dann setzte ich den Stift an.

Die Spitze kratzte leise über das Papier, als würde sie etwas besiegeln, das größer war als ein Job. Ich unterschrieb, atmete einmal flach aus und reichte ihr die Formulare zurück.

Sie nahm sie entgegen, prüfte die Unterschrift nur mit einem kurzen Blick und nickte knapp, als wäre das hier Alltag. Dann zog sie eine Schublade auf, wühlte nicht einmal – sie griff zielsicher – und schob mir ein kleines Kärtchen über den Tisch. „Das ist die Adresse, wo Sie hinmüssen.“ Ihre Stimme blieb sachlich, glatt. „Ich gebe Bescheid, dass Sie heute Nachmittag eintreffen. Alles wird vorbereitet. Sie fangen gleich heute an“, fuhr sie fort. „Für den Herrn.“

Den Herrn. Als wäre er weniger ein Mensch als ein Titel.

„Zu Ihren Aufgaben zählt die Reinigung der Räume, Einkauf und Kochen…“ Sie machte einen Haken mit dem Stift auf einer Liste, die ich gar nicht gesehen hatte. „Und das Vorbereiten der Geschäftsmeetings. Getränke. Knabberzeug. Kleine Hand-ups.“

Ich nickte automatisch, obwohl mein Kopf noch hinterherhinkte. Meeting. Hand-ups. Privathaushalt – und doch klang das nach einem Büro, das in einem Wohnzimmer wohnt. Meine Finger griffen nach dem Kärtchen. Das Papier war dicker als erwartet, fast wie eine Visitenkarte. Ich drehte es um, las die Adresse – und dann den Namen.

Ein einziger Moment. Und mir war, als würde mir jemand den Boden unter den Füßen wegziehen.

Dominic Blackwell.

Der Name traf mich wie ein Schlag. So hart, so kalt, dass mein Herz einen Takt aussetzte, bevor es viel zu schnell wieder einsetzte.

Der Dominic Blackwell.

Der, dessen Gesicht mir schon von Titelseiten entgegengestarrt hatte. Der, dessen Name in den Wirtschaftsnachrichten fiel, als wäre er eine Marke. Der CEO, über den man in Miami flüsterte.

Langsam hob ich den Blick.

Die Frau hinter dem Schreibtisch beobachtete mich. Regungslos. Als hätte sie genau auf diesen Moment gewartet. „ Keine Sorge , Sie werden ihm nicht begegnen“, sagte sie ruhig.

Doch in diesem Augenblick wusste ich, dass das eine Lüge war. Und während ich das Kärtchen fester umklammerte, wurde mir schmerzhaft klar: Ich hatte nicht gerade einen Job angenommen.

Ich war soeben in das Leben eines Mannes getreten, der keine Fremden duldete und der es ganz sicher nicht mochte, überrascht zu werden...

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