Gesehen. Gekämpft. Verliebt.

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Summary

Luca hat es nicht gerade leicht. Er hat eine Trennung hinter sich, sein Vater setzt ihn unter Druck, seine soziale Angststörung bringt ihn in peinliche Situationen und dann ist da auch noch Mathe. Das Fach, was er einfach nicht versteht. Nun, bis Herr Adams, der neue, gutaussehende Referendar ihm Nachhilfe gibt. Was anfangs aus Hilfsbereitschaft heraus passiert, entwickelt sich bald in eine Richtung, in die es nicht gehen sollte. Zwischen einem frechen Bruder, einem wütendem Ex und ungeplanter Treffen entwickeln sich Gefühle, die nicht sein sollten.

Status
Ongoing
Chapters
8
Rating
n/a
Age Rating
18+

~~ Luca ~~

Ich schluchzte abermals auf, konnte nicht verhindern, dass mir weitere Tränen über die geröteten Wangen liefen, hinunter zu meinem Kinn, von wo sie auf das Kissen tropfen, das ich verzweifelt an meine Brust drückte. Doch es half nichts gegen den Schmerz in meiner Brust.

Meine beste Freundin Maira saß neben mir und ihre braunen Augen musterte mich mit einem mittlerweile recht ratlosen Blick, während sie mir unbeholfen mit der Hand über den Rücken strich.

Ich nahm es ihr nicht übel, überhaupt nicht, denn ich konnte es verstehen. Nach einer ganzen Weile erfolgloser Aufmunterungsversuche hätte ich auch irgendwann nicht mehr gewusst, was ich noch tun sollte. Vor allem, da sie diese Situation hatte kommen sehen. Nicht nur einmal hatte sie mich vor ihm gewarnt.

Sie tat mir leid. Sie hatte recht gehabt und trotzdem musste sie jetzt ausbaden, dass ich nicht auf sie gehört hatte. Sie musste mich schreckliche Heulsuse ertragen, nur weil ich mich nicht zusammenreißen konnte. Weil ich nicht Manns genug war, wie mein Vater es beschreiben würde, wenn er mich sehen könnte.

Ich schniefte, bevor ich mir beinahe genervt die Tränen von den Wangen wischte.

»Tut mir ...« *Hicks*

Na super! Jetzt kam auch noch dieser vermaledeite Schluckauf dazu!

»Tut mir leid.« *Hicks*

Maira lächelte nur traurig. »Muss es nicht. Ist ja nicht deine Schuld.«

Wer ist dann schuld, wenn nicht ich?

»Du musst ihn vergessen, Luca.«

Sie hatte vermutlich recht. Nein, sie hatte ganz wahrscheinlich recht, doch das war viel einfacher gesagt als getan.

*Hicks*

»Er ist ein arrogantes Arschloch«, schimpfte sie im nächsten Moment. Ich hatte aufgehört zu zählen, mit wie vielen Schimpfwörtern sie ihn bereits betitelt hatte, aber es waren viele. Sie hatte Mason von Anfang an nicht gemocht.

Und ja, er war ein Arschloch, doch eines, das ich liebte, aus welchen Gründen auch immer. Und irgendwie auch noch nach allem, was passiert war. Jetzt sollte ich ihn einfach hinter mir lassen? Vergessen? Das war unmöglich!

»Pass auf. Ich mache dir jetzt einen Kakao, während du dich im Bad frisch machst, und dann schauen wir gemeinsam einen Film. Du bleibst heute bei mir, okay?«

Ich nickte dankbar, denn das Letzte, was ich jetzt wollte, war heimzugehen und allein zu sein. Oder noch schlimmer: in meinem Zustand von meinem Vater gesehen zu werden.

Während Maira in die Küche ging, zwang ich mich dazu, aufzustehen und ins Bad zu schlürfen. Erst vermied ich den Blick in den Spiegel tunlichst, doch dann seufzte ich ergeben und schaute doch hinein.

Ich bereute es prompt.

Meine braune Lockenmähne war völlig verstrubbelt, meine Wangen ungesund rot und zum krönenden Abschluss hatte ich noch große Ringe unter den rot verheulten Augen.

Ich schaufelte mir etwas kaltes Wasser ins Gesicht, in der Hoffnung, meinem erbärmlichen Aussehen etwas entgegenwirken zu können. Es half nicht viel.

Als ich dann kurz darauf in Mairas Zimmer zurückkehrte, wartete sie bereits mit dem Kakao und ihrer kuscheligen, schwarzen Lieblingsdecke auf mich. Ich schenkte ihr ein dankbares Lächeln, versuchte es zumindest, während ich die dampfende Tasse entgegennahm. Dann setzte ich mich neben sie aufs Bett und kuschelte mich an sie.

»So und jetzt eine dämliche Komödie, die so schlecht ist, dass sie schon wieder gut ist.«

Ich schnaubte, doch protestierte nicht. Ich würde sowieso nicht viel mitbekommen, denn meine Gedanken waren ganz woanders.


»Luca, nun komm endlich, sonst schaffen wir es nicht rechtzeitig zum Unterricht!«, rief Maira ungeduldig durch die Badezimmertür.

»Bin gleich fertig!«, erwiderte ich mit der Zahnbürste im Mund. Keine Ahnung, ob sie mich verstanden hatte, doch ihre Schritte entfernten sich wieder.

Eigentlich wollte ich nicht zur Schule. Eigentlich wollte ich mich nur wieder hinlegen und weiter in Selbstmitleid versinken, doch das würde Maira nicht zulassen. Deshalb blieb mir wohl nichts anderes übrig, als mich schließlich von ihr aus dem Haus ziehen zu lassen, dem ich, auf dem Weg zum Auto, einen sehnsüchtigen Blick über die Schulter zuwarf.

Maira fuhr uns zur Schule, da sie im Gegensatz zu mir die große Achtzehn bereits erreicht hatte. Nun, und weil sie Eltern hatte, die ihr sowohl den Führerschein als auch das Auto bezahlt hatten.

Nachdem wir einen Parkplatz gefunden hatten, liefen wir zügig über den Hof zum Schulgebäude. Wir waren noch nicht zu spät, doch wenn wir uns nicht beeilten, würden wir es noch sein und darauf konnten wir getrost verzichten.

Jeder Schüler hasste Montage, doch ich vermutlich noch ein Stück mehr, weil dieses Schuljahr jeder Montag mit Mathe begann. Meinem absoluten Hassfach.


Wir ließen uns auf unseren Plätzen in der vordersten Reihe gleich neben den Fenstern nieder und packten unsere Sachen aus.

Maira warf einen Blick über die Schulter, bevor sie sich mit einem Grinsen zu mir wandte.

»Hey, vielleicht siehst du jetzt endlich, wie heiß unser Referendar ist.«

Ich schenkte ihr nur einen Blick. Seit mittlerweile gut einem Monat saß der neue Referendar, Herr Adams, schon hinten bei uns im Klassenraum und Maira hatte vom ersten Tag an von ihm geschwärmt. Ich konnte es ihr nicht verübeln. Er sah definitiv nicht schlecht aus. Mehr als das, er war ein wirklich attraktiver Mann. Das hatte ich von Anfang an gesehen, ich war schließlich nicht blind! Aber er war unser Lehrer oder würde es bald sein und da änderte der Umstand, dass ich nun nicht mehr in einer Beziehung war, auch nichts.

»Schau mich nicht so an.«

»Er ist Lehrer und bestimmt 6 Jahre älter als wir.«

Sie zuckte nur mit den Schultern. »Na und? Schauen ist nicht verboten.«

Ich verdrehte nur die Augen und schaute stattdessen aus dem Fenster, während meine Gedanken erneut zu Mason und unserer Trennung wanderten.

Ich wünschte mich zurück in Mairas Bett.