Leseprobe:Die Befreiung des gefallenen Gottes
Die Befreiung des gefallenen Gottes
Trigger-Warnung:
Diese Geschichte enthält explizite Darstellungen von Gewalt, Dub-Con (zweifelhaftem Einvernehmen), extremer Dominanz und dunkler Erotik. Der Schreibstil ist grausam, brutal und düster. Lesen auf eigene Gefahr.
Das Licht im tiefsten Kellerarchiv der Bibliothek war gedimmt, doch dort, wo er stand, schien die Dunkelheit qualvoll zurückzuweichen. Rose Watson hielt das schwere, ledergebundene Buch so fest umklammert, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Ihr Herz hämmerte gegen ihre Rippen – ein unruhiger Rhythmus aus Angst und einer verbotenen, hitzigen Neugier.
Sie war von Männern belogen und betrogen worden, bis ihre Seele nur noch aus Narben bestand. Ihre Unerfahrenheit war ihr Schutzschild gewesen, doch vor diesem Wesen fühlte sie sich nackt.
„Komm näher, Rose“, raunte er. Seine Stimme klang wie fließendes Gold, das über zerbrochenes Glas gegossen wurde.
Dort, in den Schatten, lag er in Ketten. Es war Balder, der strahlende Sohn von Odin und Frigg. Doch er war kein Gott des Lichts mehr. Die Äonen in der eisigen Finsternis der Unterwelt, verraten durch die Mistel seines eigenen Bruders Hödr, hatten ihn in etwas Grausames verwandelt. Die Ketten an seinen Handgelenken pulserten in einem giftigen Violett – geschmiedet aus dem Verrat der Welt.
„Es wird dich verbrennen“, warnte er, während seine leuchtend blauen Augen ihre rosenroten fixierten. „Die Magie dieser Fesseln ernährt sich von Lügen. Aber du... du bist rein.“
Rose trat vor. Ihre aschenbraunen Haare fielen ihr wie ein schützender Schleier über die Schultern. Als sie die kalten Glieder der Kette berührte, zuckte ein greller Blitz durch ihren Körper. Das Metall schien zu bluten, eine zähe Flüssigkeit benetzte ihre zierlichen Finger. Doch sie zog nicht zurück. Ihr eigener Schmerz über die Betreuer der Vergangenheit floss in das Eisen, bis es mit einem ohrenbetäubenden Knall zersprang.
Balder erhob sich. Die Bewegung war langsam, raubtierhaft. Er war riesig, sein nackter Oberkörper von Runen gezeichnet, die nun in einem blutigen Rot glühten. Bevor Rose atmen konnte, drückte er sie gegen das massive Holzregal. Das alte Holz ächzte, und Rose keuchte auf, als seine großen, heißen Hände ihre Handgelenke über ihrem Kopf fixierten.
„Die Unterwelt ist ein kalter Ort, Rose Watson“, grollte er an ihrer Halsschlagader. Sein Atem schmeckte nach Ozon und Gefahr. „Dort gibt es keine Gnade. Nur Hunger. Und du hast mich geweckt.“
Er packte ihr Kinn mit einer Gewalt, die keinen Widerspruch duldete. Er zwang sie, ihn anzusehen, während er mit der Zunge langsam über die kleine Wunde an ihrem Finger leckte, die das Eisen hinterlassen hatte. Die Kombination aus Schmerz und plötzlicher, brennender Lust ließ Rose erzittern.
„Du hast Angst“, stellte er fest, und ein dunkles, sündiges Lächeln stahl sich auf seine Lippen. „Deine unerfahrenen Augen verraten dich. Du glaubst, du wüsstest, was Schmerz ist? Ich werde dir zeigen, was wahre Besessenheit bedeutet. Stück für blutiges Stück.“
Seine Hand wanderte von ihrem Kinn hinab zu ihrer Kehle, drückte gerade fest genug zu, um ihr den Atem zu rauben. Rose wollte fliehen, doch ihr Körper verriet sie. Die grausame Ehrlichkeit seiner Gier war berauschender als jede Lüge, die man ihr je erzählt hatte.
„Sag meinen Namen“, befahl er, und seine Zähne streiften drohend ihre Haut. „Bettel den Gott an, den du entfesselt hast, bevor ich mir nehme, was mir gehört.“
Rose schloss die Augen, unfähig, sich der dunklen Ekstase zu entziehen, die wie eine Flutwelle über sie hereinbrach. Sie war nicht länger die Retterin. Sie war seine Beute.








