One - Cade
Als ich die Tür zum Café öffnete, presste ich mein Handy fester ans Ohr. Ich versuchte, jedes Wort zu verstehen, das er sagte. Es war viel los im Laden und überall herrschte ein Stimmengewirr.
„Es ist ein wirklich hoher Prozentsatz, Cade, und eine riesige Beförderung obendrein“, sagte Issac zu mir, während ich mich am Ende der Schlange einreihte.
„Wie viele Frauen?“, fragte ich und rückte näher an den Tresen. Meine Augen brannten. Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich letzte Nacht überhaupt geschlafen hatte, und brauchte diesen Kaffee sofort.
„Drei und dann noch du. Ist das ein Problem?“, lachte Issac am anderen Ende der Leitung.
„Nein, das kriege ich hin“, lächelte ich.
„Komm ins Büro, dann kannst du dir die Unterlagen ansehen.“
„Okay, lass mich erst einen Kaffee holen. Wir sehen uns gleich.“ Ich legte auf, steckte das Handy in meine dunkelgrüne Trainingshose und kreiste die Schultern.
„Was darf es sein?“, fragte der junge Mann an der Kasse.
„Einen großen Flat White, bitte“, murmelte ich. Ich war noch halb im Schlaf und stellte mich nach dem Bezahlen an die Seite, wobei ich meinen Ellbogen auf die braune Theke stützte. Ich versuchte, das geschäftige Treiben im Laden auszublenden, um keine Kopfschmerzen zu bekommen. Ich holte mein Handy heraus und scrollte durch die Bilder, die die Leute von letzter Nacht online gestellt hatten. Bei manchen musste ich in mich hineinlachen, da jeder immer betrunkener zu werden schien.
„Flat White?“, fragte eine Stimme. Ich sah auf, als eine dunkelhaarige Frau versuchte, mir einen Becher zu reichen. Er rutschte ihr aus der Hand und der Inhalt spritzte genau in meinen Schritt. Es war kochend heiß und ich fluchte, während ich versuchte, den Stoff der Trainingshose von meiner Haut wegzuziehen.
„Oh Gott, das tut mir so leid!“, schrie die Frau. Ich steckte die Hand in meine Hose; der nasse, heiße Stoff brannte auf meinen Oberschenkeln.
„Mein verdammter Schwanz“, beschwerte ich mich und sah sie endlich an.
„Es tut mir so leid, bitte, lassen Sie mich Eis holen und ähm“, sie verstummte und schüttelte den Kopf. Ihre dunklen Haare waren fast schwarz und zu einem strengen Pferdeschwanz hochgebunden. Ich spürte die Blicke der anderen auf uns, als sie um den Tresen herumlief, um vor mir zu stehen.
„Ist schon gut, kann ich einfach meinen Kaffee haben, bitte?“, fragte ich und zog die Hand aus der Hose. Die Frau griff nach Servietten und versuchte, den Kaffee auf dem Tresen und dem Boden wegzuwischen. Sie kauerte vor mir und sah zu mir hoch.
„Natürlich, aber lassen Sie mich Eis für Sie holen, das war so heiß und-“
„Nur den Kaffee, bitte“, versuchte ich zu lächeln. Ich wollte einfach nur verdammt noch mal hier raus. Als sie sich aufrichtete und die Schultern hängen ließ, wurde mir klar, wie schön sie war. Ihre Gesichtszüge waren markant und stark, und sie wirkte völlig aufgelöst.
„Reagan, was ist denn hier los?“, dröhnte eine Stimme hinter ihr. Sie drehte sich um und griff nach weiteren Servietten.
„Wir hatten ein Missgeschick. Kannst du noch einen großen Flat machen?“, fragte sie und drehte sich wieder zu mir um.
„Alles klar bei Ihnen, Sir?“, fragte der dunkelhäutige Mann. Ich sah wieder zu der Frau, die nervös auf ihrer Unterlippe kaute.
„Ja, meine Hand ist abgerutscht“, lachte ich leise. Er nickte und ging zur Kaffeemaschine.
„Danke, das hätten Sie wirklich nicht tun müssen“, lachte sie nervös. „Aber es war praktisch, denn ich stehe hier eh schon auf dünnem Eis. Stuart braucht keinen Grund, um mich loszuwerden, das wird er wahrscheinlich trotzdem-“
„Woah, ganz ruhig“, lachte ich aufrichtig. Sie seufzte und ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht.
„Entschuldigung“, sie schüttelte den Kopf. „Leider ist das nicht das erste Mal, dass ich Kaffee über einen Kunden schütte.“ Sie atmete tief durch und ich ließ meinen Blick über ihren Körper schweifen, weil ich nun mal ein Perversling bin. Ihre Brüste drückten sich gegen ein winziges schwarzes Top, sie trug dazu eine schwarze Jeans. Mein Blick wanderte über ihre Hüften. Ihr Bauch war flach und ihre Oberschenkel sahen aus, als könnten sie einen ordentlichen Griff vertragen.
„Vielleicht ist ein Café dann nichts für dich“, versuchte ich zu scherzen, während ich ihr in die Augen sah.
„Lass mich einen Muffin dazulegen“, flüsterte sie und ging hinter den Tresen.
„Danke“, lächelte ich, als ich den neuen Kaffee und die kleine Papiertüte entgegennahm. „Das war nicht nötig, Unfälle passieren eben“, zuckte ich mit den Schultern.
„Die Geschichte meines Lebens“, lachte sie, aber es klang traurig, fast verzweifelt. „Ich habe fast deinen Schwanz verbrannt, da ist ein Muffin keine große Sache.“ Sie lächelte jetzt richtig, und ich lächelte zurück, ohne sofort zu gehen.
„Wie heißt du eigentlich?“, fragte ich plötzlich.
„Reagan, und du?“, sie legte den Kopf schief.
„Cade“, nickte ich und setzte den Kaffee an die Lippen.
„Nun, Cade, freut mich dich kennenzulernen. Und tut mir leid wegen deines Schwanzes.“









That's a cute first chapter 🤭😊