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Die Königin der hundertsten Schleife

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Zusammenfassung

Sie fiel aus dem Himmel – direkt in die Arme des Mannes, der sie bereits neunundneunzig Mal geliebt hat. Lyra erinnert sich an nichts. Nicht an die vergangenen Leben. Nicht an den Schattenkönig Kael. Und schon gar nicht daran, dass sie ihn in jeder einzelnen Schleife selbst getötet hat. Während uralte Mächte erwachen und die Welt erneut dem Untergang entgegensteuert, kämpft Kael ein letztes Mal gegen ein Schicksal, das niemals besiegt werden konnte. Denn dies ist nicht ihre erste Geschichte. Es ist ihre hundertste. Und wenn sie diesmal versagen, wird es keine weitere Chance geben.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
31
Rating
n/a
Altersfreigabe
13+

Der Fall des Sternenmädchens

Die Sterne sangen.

Sie taten es jede Nacht.

Hunderte silberne Stimmen erfüllten die goldenen Hallen des Himmelreichs und webten Melodien aus Licht und Magie.

Lyra liebte diese Lieder.

Früher zumindest.

Heute nicht.

Heute saß sie allein auf dem Rand einer Wolkenterrasse und starrte hinunter auf die Welt der Sterblichen.

Tief unter ihr glitzerten Ozeane.

Gebirge ragten wie winzige Schatten aus dem Nebel.

Und irgendwo dort unten lag die Erde.

Ein Ort, den sie niemals betreten durfte.

„Du solltest nicht hier sein.“

Die Stimme ließ sie zusammenzucken.

Langsam drehte sie sich um.

Vor ihr stand Seraphiel.

Der Erste Wächter.

Seine sechs Flügel waren aus reinem Silberlicht geformt.

„Du beobachtest sie schon wieder.“

Lyra antwortete nicht.

„Die Menschen sind nicht unser Problem.“

„Vielleicht sollten sie es sein.“

Sein Blick wurde hart.

„Pass auf, was du sagst.“

Sie erhob sich.

Ihr weißes Kleid bewegte sich wie Nebel um ihre Beine.

„Warum dürfen wir zusehen, wenn sie leiden?“

„Weil es nicht unsere Aufgabe ist.“

„Und wenn sie Hilfe brauchen?“

„Dann müssen sie lernen, ohne uns zu überleben.“

Lyra ballte die Hände zu Fäusten.

Diese Antwort hatte sie schon tausendmal gehört.

Und jedes Mal hasste sie sie mehr.

Seraphiel seufzte.

„Du bist anders als die anderen.“

„Ist das etwas Schlechtes?“

„Manchmal.“

Dann verschwand er.

Ein einziger Lichtblitz.

Und sie war wieder allein.

Doch etwas fühlte sich falsch an.

Als würde die Luft selbst den Atem anhalten.

Langsam erhob sie sich.

Die Sterne hatten aufgehört zu singen.

Noch nie zuvor war das passiert.

Ein kalter Schauer lief über ihren Rücken.

Dann hörte sie eine Stimme.

Nicht laut.

Nicht leise.

Sondern direkt in ihrem Kopf.

Die hundertste Schleife beginnt.

Lyra erstarrte.

„Wer ist da?“

Keine Antwort.

Stattdessen bebte der Himmel.

Ein gewaltiger Riss zog sich plötzlich durch die Wolken.

Goldenes Licht brach hervor.

Alarmglocken ertönten.

Wächter rannten durch die Hallen.

Jemand schrie.

„Die Barriere bricht!“

Lyra machte einen Schritt zurück.

Dann noch einen.

Der Boden unter ihren Füßen begann zu zerbrechen.

Panik erfasste sie.

„Nein …“

Der Riss breitete sich aus.

Direkt auf sie zu.

Ein Windstoß traf sie mit voller Wucht.

Ihre Flügel schlugen auf.

Instinktiv versuchte sie zu fliegen.

Doch die Magie um sie herum geriet außer Kontrolle.

Die Luft explodierte.

Ein greller Lichtblitz verschluckte die Welt.

Und plötzlich fiel sie.

Immer tiefer.

Durch Wolken.

Durch Stürme.

Durch Dunkelheit.

Der Himmel verschwand über ihr.

Zum ersten Mal in ihrem Leben war sie allein.

Wirklich allein.

Der Wind riss an ihren Flügeln.

Schmerz durchfuhr ihren Körper.

Unter ihr erschien ein Meer aus blauem Licht.

Ein Wald.

Leuchtend.

Lebendig.

Wunderschön.

Und genau dort schlug sie auf.

Mitten im Herzen des Verlorenen Waldes.

Ohne zu wissen, dass sie gerade dem Mann entgegengefallen war, der sie bereits neunundneunzig Mal geliebt hatte.

Und neunundneunzig Mal durch ihre Hand gestorben war.

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