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Geboren aus Blut und Fluch

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Nyxia wächst als scheinbar ganz normales Menschenmädchen auf. Sie weiß nichts über ihre wahre Herkunft und ahnt nicht, dass in ihrem Inneren ein uralter Laykaner schlummert. Vor langer Zeit wurde sie als Kind von einem mächtigen Magier verzaubert. Der Laykaner in ihr wurde versiegelt und ihre wahre Identität verborgen. Niemand darf erfahren, wer sie wirklich ist. Doch Nyxias Leben beginnt sich zu verändern, als sie ihrem ersten Gefährten Orion begegnet. Orion ist ein außergewöhnlich starker Werwolf und Angehöriger eines mächtigen Rudels. Seine Stärke hat ihn arrogant gemacht. Obwohl er sofort spürt, dass Nyxia seine wahre Gefährtin ist, weigert er sich, sie anzunehmen. Für Orion ist Nyxia nur ein Mensch.

Genre:
Romance
Autor:
Misspaulina
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
67
Rating
5.0 (2 Bewertungen)
Altersfreigabe
16+

Die Jagd

**Geboren aus Blut und Fluch – Die Chroniken der Lykaner**

Copyright © 2026 von Misspaulina

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk einschließlich seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Alle Charaktere und Handlungen in diesem Buch sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen, realen Göttern oder tatsächlichen Ereignissen sind rein zufällig.


Die verbotene Jagd

Der Wald war still.

Nicht die friedliche Stille eines Ortes, an dem kein Leben existierte. Es war die Stille, die einem Jäger verriet, dass irgendwo in der Dunkelheit etwas lauerte.

Lykaon liebte diese Stille.

Hier draußen war er kein König.

Kein Herrscher, vor dem sich Männer verbeugten und Frauen ihre Stimmen senkten. Kein Mann, der jeden Morgen Entscheidungen über Krieg, Handel und das Leben seines Volkes treffen musste.

Hier war er einfach nur ein Jäger.

Er zog den Bogen von der Schulter und kniete sich in das feuchte Moos.

Vor ihm verlief eine kaum sichtbare Spur durch das Unterholz.

Ein Hirsch.

Groß.

Männlich.

Und noch frisch.

Lykaon lächelte.

„Du bist spät.“

Eine Stimme hinter ihm ließ ihn herumfahren.

Er hatte sie nicht kommen hören.

Das allein war bemerkenswert.

Eine Frau stand zwischen den Bäumen.

Ihr Haar fiel wie dunkles Gold über ihre Schultern, und in ihrer Hand hielt sie einen silbernen Bogen. Ihre Kleidung war für eine Wanderung durch den Wald gemacht, nicht für einen Palast. Leder, Stoff und darüber ein kurzer Umhang.

Doch Lykaon wusste sofort, wer vor ihm stand.

Jeder Mensch hätte sie erkannt.

Artemis.

Göttin der Jagd.

Tochter des Zeus.

Herrin der wilden Tiere.

Und eine der mächtigsten Göttinnen des Olymp.

Lykaon erhob sich langsam.

„Ich wusste nicht, dass Göttinnen zu spät kommen.“

Ein kaum sichtbares Lächeln erschien auf ihren Lippen.

„Und ich wusste nicht, dass sterbliche Könige so frech sind.“

„Dann lernen wir beide heute etwas Neues.“

Artemis musterte ihn.

Dann sah sie zu der Spur im Boden.

„Du hast ihn gefunden.“

„Natürlich.“

„Du bist dir sehr sicher.“

„Ich kenne diesen Wald.“

„Ich auch.“

„Dann haben wir wohl ein Problem.“

Artemis hob eine Augenbraue.

„Welches?“

Lykaon deutete auf die Spur.

„Nur einer von uns bekommt den Hirsch.“

Für einen Moment sagte Artemis nichts.

Dann lächelte sie.

„Ein Wettkampf?“

„Eine Jagd.“

„Du weißt, dass ich eine Göttin bin?“

„Das vergesse ich nicht.“

„Und trotzdem willst du gegen mich antreten?“

Lykaon nahm seinen Bogen.

„Gerade deshalb.“

Artemis lachte.

Es war ein leises, echtes Lachen.

Und Lykaon wusste in diesem Augenblick noch nicht, dass er gerade den größten Fehler seines Lebens beging.

Oder vielleicht seinen einzigen wirklich richtigen.

---

Sie jagten gemeinsam.

Zunächst nur aus Spaß.

Artemis bewegte sich durch den Wald, als wäre sie ein Teil von ihm. Kein Zweig brach unter ihren Füßen. Kein Blatt raschelte.

Lykaon war der einzige Sterbliche, der ihr folgen konnte.

Er kannte jeden Pfad.

Jeden Bach.

Jede Höhle.

Jeden Baum, unter dem sich Wild versteckte.

Sie fanden den Hirsch kurz vor Sonnenuntergang.

Artemis legte ihren Pfeil auf die Sehne.

Lykaon tat dasselbe.

Beide spannten ihre Bögen.

Beide schossen.

Zwei Pfeile flogen durch die Luft.

Und beide trafen.

Der Hirsch sank zu Boden.

Artemis sah Lykaon an.

Lykaon sah Artemis an.

Dann mussten beide lachen.

Von diesem Tag an trafen sie sich immer wieder.

Zuerst nur zur Jagd.

Dann zum Reden.

Später, wenn die Sonne längst untergegangen war, saßen sie am Feuer.

Lykaon erzählte ihr von seinem Königreich.

Artemis erzählte ihm von den Wäldern, die sie durchstreifte.

Sie sprachen über die Menschen.

Über die Götter.

Über Freiheit.

Und irgendwann über Dinge, über die sie mit niemand anderem gesprochen hatten.

Artemis hatte einen Schwur abgelegt.

Sie würde niemals einen Mann lieben.

Lykaon wusste davon.

Und trotzdem verliebte er sich in sie.

Vielleicht verliebte auch Artemis sich in ihn.

Keiner von beiden wagte es, es auszusprechen.

Denn manche Wahrheiten werden gefährlich, sobald man sie laut ausspricht.

---

Doch auf dem Olymp blieb nichts verborgen.

Zeus beobachtete seine Tochter.

Und eines Tages sah er etwas, das er niemals hätte sehen wollen.

Artemis stand im Wald.

Neben einem Sterblichen.

Lykaon.

Und sie sah ihn nicht an wie einen Menschen.

Sie sah ihn an, wie eine Frau einen Mann ansieht.

Zeus' Gesicht verhärtete sich.

„Nein.“

Nur dieses eine Wort.

Doch der Himmel über dem Olymp verdunkelte sich.

Ein sterblicher König hatte es gewagt, seine Tochter zu berühren.

Und Zeus würde dafür sorgen, dass Lykaon es bereute.

Noch bevor der nächste Mond voll war, verließ Zeus den Olymp.

Er nahm die Gestalt eines alten Bettlers an.

Und machte sich auf den Weg zu Lykaons Palast.

Niemand ahnte, dass an diesem Abend nicht nur ein König geprüft werden würde.

Sondern dass die Welt den ersten Laykaner gebären sollte.

Und dass aus einer verbotenen Liebe eines Tages ein Kind hervorgehen würde, dessen Name noch niemand kannte.

Nyxia.

Kapitel
1. Die Jagd
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Gutes Schreiben

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Überzeugende Handlung

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Toller Charakter

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Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

author

Ein sehr mythischen Einstieg. Gefällt mir aber gut.

12 Tage
1

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