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Love Me Never

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Zusammenfassung

„Manchmal glaube ich, meine Seele kannte ihn schon, bevor ich überhaupt wusste, dass er nicht real war.“ Elara Wynn kennt Cassian Vales Geschichte. Sie kennt seine dunkelsten Geheimnisse, seine schlimmsten Entscheidungen – und den Moment, in dem er stirbt. In Love Me Never ist Cassian nicht der Held, sondern der gefürchtete Black Duke. Ein Mann, den die Leser hassen sollen. Grausam, gefährlich und längst verloren. Als die Frau, die er liebt, einen anderen wählt, schließt er einen Pakt mit einer uralten Macht und besiegelt damit seinen Untergang. Am Ende stirbt er allein. Doch Elara trauert um ihn, als hätte sie jemanden verloren, den sie hätte kennen sollen. Eine einzige Träne auf der letzten Seite verändert alles. Als Elara die Augen wieder öffnet, ist Cassian kein Name auf Papier mehr. Er ist real. Er lebt. Und sein Schicksal hat sich noch nicht erfüllt. Elara weiß, was geschehen wird. Wen er lieben wird. Welche Entscheidung ihn verdammt. Wie er stirbt. Und sie weiß, dass sie selbst niemals Teil dieser Geschichte war. Je länger Elara in Cassians Welt bleibt, desto mehr verändert sich. Menschen überleben, die sterben sollten. Ereignisse nehmen einen anderen Lauf. Und ausgerechnet Cassian beginnt sich für die Fremde zu interessieren, die seine Geheimnisse kennt und ihn ansieht, als hätte sie ihn bereits verloren. Elara wollte sich niemals in seine Geschichte einmischen. Noch weniger wollte sie sich in den Mann verlieben, dessen Ende längst geschrieben steht. Denn Cassian Vale war nie für sie bestimmt. Und sie nie für ihn. Doch vielleicht erkennen sich manche Seelen, lange bevor das Schicksal es tut.

Status:
vor 23 Tagen
Kapitel:
24
Rating
5.0 (1 Bewertung)
Altersfreigabe
18+

Prolog


Er stirbt.

Ich weiß es.

Ich weiß es, und trotzdem warte ich darauf, dass er die Augen wieder öffnet.

„Cassian.“

Sein Name kommt nur als Flüstern über meine Lippen.

Der Schnee fällt immer dichter.

Er bleibt in seinem schwarzen Haar hängen. Auf seinen Schultern. Auf den langen Fingern, die reglos neben seinem Körper liegen.

Blut färbt das Weiß unter ihm rot.

Viel zu viel Blut.

„Bitte.“

Er reagiert nicht.

Natürlich nicht.

Niemand kommt, um ihn zu retten.

Niemand ruft nach ihm.

Am Ende bekommt Cassian Vale genau das, wovor er sich sein ganzes Leben lang gefürchtet hat.

Er ist allein.

Und ich hasse es.

Ich hasse ihn beinahe dafür.

Dafür, dass er aufgegeben hat.

Dafür, dass er jeden Menschen von sich gestoßen hat, der ihm vielleicht hätte helfen können.

Dafür, dass er so viele schreckliche Dinge getan hat, dass niemand mehr nach dem Jungen gesucht hat, der irgendwo tief unter all dieser Grausamkeit begraben lag.

Aber ich habe ihn gesehen.

Ich kenne den Jungen, der hungrig in Hauseingängen geschlafen hat.

Ich kenne den Jungen, der geglaubt hat, endlich gerettet worden zu sein.

Ich weiß, was danach mit ihm passiert ist.

Und ich kenne den Mann, zu dem er wurde.

Grausam.

Kalt.

Manchmal unverzeihlich.

Aber ich kenne auch die Momente, die sonst niemand gesehen hat.

Deshalb tut es so weh.

„Du hättest nicht so enden dürfen.“

Meine Sicht verschwimmt.

Cassian bewegt sich nicht.

Die Dunkelheit kriecht bereits nach ihm.

Sie legt sich um seinen Körper, verschluckt erst seine Beine, dann seine Hände.

Bald wird nichts mehr von ihm übrig sein.

„Cassian.“

Eine Träne löst sich aus meinen Wimpern.

„Ich bin hier.“

Dumm.

So verdammt dumm.

Er kann mich nicht hören.

Er konnte mich nie hören.

Trotzdem strecke ich die Hand nach ihm aus.

Meine Fingerspitzen berühren—

Papier.

Ich erstarre.

Der Schnee ist fort.

Das Blut auch.

Vor mir liegt kein sterbender Mann.

Nur ein Buch.

Meine Träne landet mitten auf der letzten Seite.

Direkt auf seinem Namen.

Cassian Vale.

Ich starre auf die letzten Worte.

Und so starb der Black Duke, wie er gelebt hatte.

Allein.

Etwas in meiner Brust zieht sich so schmerzhaft zusammen, dass ich das Buch zuklappen möchte.

Ich kann es nicht.

„Das ist nicht fair“, flüstere ich.

Lächerlich.

Er ist nicht echt.

Nur Tinte.

Papier.

Eine erfundene Figur in einer erfundenen Welt.

Also warum weine ich um ihn, als hätte ich ihn gekannt?

Warum fühlt es sich an, als hätte ich jemanden verloren?

Ich streiche mit dem Daumen über seinen Namen.

„Ich hätte dich nicht allein gelassen.“

Die Buchstaben unter meinem Finger bewegen sich.

Ich reiße die Hand zurück.

Mein Atem stockt.

Nein.

Ich muss mich verguckt haben.

Doch die Tinte verläuft weiter.

Die letzte Zeile verschwindet.

Langsam.

Als würde das Papier sie verschlucken.

Dann erscheinen neue Buchstaben.

Einer nach dem anderen.

Ich kann nur zusehen.

Das hättest du nicht sagen dürfen.

Mir wird kalt.

„Was …?“

Die Lampe neben mir erlischt.

Dunkelheit verschluckt das Zimmer.

Ich springe auf und das Buch gleitet von meinen Knien.

Doch bevor es den Boden berührt, schlagen die Seiten von allein auf.

Ein Windstoß fährt durch den Raum.

Unmöglich.

Meine Fenster sind geschlossen.

„Was passiert hier?“

Die Seiten flattern schneller.

Hunderte auf einmal.

Dann—

Stille.

Das Buch liegt offen vor meinen Füßen.

Eine leere Seite.

Ich sollte weglaufen.

Stattdessen starre ich darauf.

Schwarze Tinte erscheint.

ELARA WYNN

Mein Herz setzt aus.

Mein Name.

In einem Buch, in dem er nicht vorkommt.

Darunter entsteht ein zweiter Satz.

DU GEHÖRST NICHT IN DIESE GESCHICHTE.

Ich weiche zurück.

Der Boden ist nicht mehr da.

Mein Fuß findet keinen Halt.

Ich falle.

Mein Schrei wird von der Dunkelheit verschluckt.

Und unmittelbar bevor alles um mich herum schwarz wird, höre ich etwas, das unmöglich sein sollte.

Eine Stimme.

Leise.

Kalt.

Ganz nah an meinem Ohr.

„Nicht jede Wendung des Schicksals liegt in sterblicher Hand.“

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