Das Siebzehnte Medium von Nightreader bei Inkitt
Lesbarkeit anpassen
Aa

Das Siebzehnte Medium

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Um Mitternacht verschwindet Denise. Nicht aus ihrem Zimmer. Nicht aus ihrer Stadt. Sondern aus der Welt der Lebenden. Gerade noch sitzt die siebzehnjährige Europameisterin und selbsternannte Demonqueen vor ihrem Magic-Deck, dann schlägt die Uhr zwölf — und Denise wird ohne Erklärung in eine Welt gerissen, in der der Tod keine Grenze kennt. Dort erfährt sie, dass sie ein Medium ist. Und dass mit ihrem siebzehnten Geburtstag eine Reise beginnt, von der bisher kein Medium vollständig zurückgekehrt ist. Sechzehn Seelen warten auf sie. Manche sind längst tot. Manche leben noch. Jede von ihnen ist an eine Prüfung gebunden. Denise kann sie erlösen — oder sie endgültig verlieren. Doch zwischen verlassenen Orten, fremden Stimmen und Schatten, die nie zu einem Körper gehört haben, wird schnell klar, dass nicht jede Seele gerettet werden will. Und während Denise nach einem Weg zurück sucht, beobachtet sie jemand aus der Dunkelheit.Jemand, der bereits weiß, wie diese Reise endet.Denn um Mitternacht wird nicht nur Denise siebzehn.Um Mitternacht beginnt die Prüfung.

Genre:
Horror
Autor:
Nightreader
Status:
vor 43 Minuten
Kapitel:
6
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

Die Legende

Diese Geschichte ist vollständig frei erfunden und dient ausschließlich der Unterhaltung. Alle darin vorkommenden mythologischen, religiösen, spirituellen oder kulturellen Elemente werden fiktional verwendet und stellen keine Behauptung über reale Glaubensinhalte, Religionen, Traditionen oder übernatürliche Phänomene dar. Die Geschichte beabsichtigt nicht, Menschen, Religionen, Kulturen oder bestimmte Glaubensgemeinschaften zu beleidigen, abzuwerten oder zu verletzen.Die Handlung enthält möglicherweise intensive und belastende Themen, darunter Gewalt, psychische und körperliche Gewalt, Missbrauch, sexualisierte Gewalt — teilweise nur angedeutet —, Tod, Trauer, Folter, Krankheit, Verlassenheit, Verdammnis und psychisches Leiden. Einige Szenen können für Leserinnen und Leser mit entsprechenden Erfahrungen oder hoher Sensibilität belastend oder triggernd sein.Bitte lies nur weiter, wenn du dich damit wohlfühlst. Überspringe bei Bedarf einzelne Passagen oder brich die Lektüre ab. Deine eigene Sicherheit und dein Wohlbefinden sind wichtiger als das Beenden der Geschichte.



Man erzählt sich, dass zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten keine Grenze verläuft.

Keine Mauer.

Kein Tor.

Kein Fluss.

Nur ein dünner Spalt.

Die meisten Menschen bemerken ihn nie. Sie gehen an ihm vorbei, ohne zu wissen, dass sich dahinter etwas bewegt. Manche nennen ihn den Schleier. Andere geben ihm keinen Namen. Denn was keinen Namen trägt, kann angeblich nicht gerufen werden.

Doch in jeder Generation wird ein Kind geboren, das den Schleier sehen kann.

Diese Kinder werden Medien genannt.

Sie hören Stimmen, die nicht für menschliche Ohren bestimmt sind. Sie sehen Gestalten, die im Augenblick ihres Todes nicht verschwunden sind. Sie erkennen Spuren, die andere für Schatten halten, und Schatten, die niemals zu einem Körper gehörten.

Lange Zeit glaubte man, ein Medium sei gesegnet.

Später wusste man es besser.

Mit dem siebzehnten Lebensjahr beginnt für jedes Medium die Reise.

So lautet die älteste Überlieferung.

Nicht jedes Medium findet den Weg freiwillig. Manche werden im Schlaf gerufen. Manche verschwinden an Orten, an denen niemand nach ihnen sucht. Manche betreten eine Tür, die zuvor nicht da gewesen ist.

Aber immer beginnt die Reise auf dieselbe Weise:

Ein Medium wird von der Welt getrennt, die es kennt.

Was danach geschieht, wurde nur in Bruchstücken überliefert.

Man spricht von sechzehn Seelen.

Sechzehn Menschen, deren Schicksal mit dem des Mediums verbunden ist. Manche leben noch. Manche sind bereits tot. Manche wissen selbst nicht, dass ihre Seele auf der anderen Seite wartet.

Für jede Seele gibt es eine Prüfung.

Wer die Prüfung besteht, kann eine Seele erlösen.

Wer scheitert, verliert sie.

Mehr ist nicht bekannt.

Die Namen der früheren Medien wurden aus den Aufzeichnungen entfernt. Ihre Geschichten enden mitten im Satz. Einige Berichte sprechen von Höllen, die nicht in den Schriften der Menschen stehen. Andere erwähnen Dörfer ohne Bewohner, Krankenhäuser ohne Ausgänge und Gärten, in denen die Toten unter Blumen schlafen.

Doch niemand weiß, ob diese Orte wirklich existieren.

Niemand weiß, wer die Prüfungen erschaffen hat.

Niemand weiß, ob die Seelen gerettet werden sollen — oder ob das Medium selbst nur ein weiterer Teil der Prüfung ist.

Sicher ist nur:

Noch kein Medium hat alle sechzehn Prüfungen überlebt.

Und wenn die siebzehnte Reise beginnt, schweigt der Himmel.

Kein Engel weist den Weg.

Kein Gebet öffnet die Tür.

Das Medium bleibt allein.



Hoch über den Wolken gab es keinen Wind.

Kein Geräusch bewegte sich durch die weißen Hallen. Keine Fackel flackerte, kein Schritt hallte über den Boden. Selbst die Stimmen, die dort manchmal erklangen, schienen nicht gesprochen zu werden. Sie waren einfach da — wie Erinnerungen, die niemand besaß.

In einer der höchsten Kammern stand ein Spiegel.

Er war größer als ein Mensch und schmal wie ein Riss in der Luft. Seine Oberfläche bestand nicht aus Glas. Sie war dunkel, tief und vollkommen still.

Darin erschien ein Zimmer.

Ein Bett.

Ein Schreibtisch.

Karten, die in unordentlichen Stapeln herumlagen.

Ein schwarzes Kleidungsstück über einem Stuhl.

Eine Uhr, deren Zeiger sich der Mitternacht näherten.

Vor dem Spiegel stand jemand.

Niemand sprach den Namen aus.

Doch der Name war bekannt.

Seraphiel.

Die Gestalt bewegte sich nicht.

Im Spiegel lag das siebzehnte Medium schlafend auf der Seite. Ein Arm hing über den Rand des Bettes. Neben dem Kopf lag eine verschlossene Deckbox. Auf dem Schreibtisch stand ein Glas, dessen Wasser sich ganz leicht bewegte, obwohl kein Fenster geöffnet war.

Seraphiel beobachtete.

Nicht den Raum.

Nicht die Uhr.

Das Medium.

Für einen Moment öffnete es die Augen.

Nur einen Spalt.

Es sah zur Tür.

Dort stand niemand.

Dann schloss es die Augen wieder.

Hinter Seraphiel begann etwas zu flüstern.

„Es hat noch Zeit.“

Keine Antwort.

„Es weiß nichts.“

Weiterhin keine Antwort.

„Soll es gewarnt werden?“

Die Oberfläche des Spiegels wurde dunkler. Das Bild des Zimmers verzerrte sich. Für einen Herzschlag lag über dem Bett ein zweiter Schatten — zu lang, zu schmal und mit einem Kopf, der sich in die falsche Richtung drehte.

Dann war er verschwunden.

Seraphiel hob eine Hand.

Nicht um einzugreifen.

Nur, um den Spiegel zu berühren.

Zwischen den Fingern und der schwarzen Oberfläche blieb ein Abstand. So gering, dass er nicht messbar war. So groß, dass kein Gebet ihn überbrücken konnte.

Das siebzehnte Medium drehte sich im Schlaf um.

Die Uhr sprang weiter.

Noch eine Minute.

Noch ein Atemzug.

Noch ein letzter Augenblick in einer Welt, die es kannte.

Seraphiel nahm die Hand zurück.

„Du darfst nicht eingreifen“, sagte die Stimme hinter ihm.

Diesmal kam eine Antwort.

Leise.

Fast ohne Klang.

„Ich weiß.“

Im Spiegel öffnete sich die Tür des Zimmers.

Ganz langsam.

Das Medium schlief weiter.

Jenseits der Tür war kein Flur.

Nur Dunkelheit.

Seraphiel sah zu, wie sie näher kam.

Und obwohl sich im Himmel nichts bewegte, wusste er, dass die Reise bereits begonnen hatte.

Nicht mit dem Erwachen.

Nicht mit dem ersten Schritt.

Sondern in dem Augenblick, in dem niemand mehr eingreifen durfte.



Lass Nightreader wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

0

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

0

Spannend

Emotional

0

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

0

Herzerwärmend

Schockierend

0

Schockierend

Gutes Schreiben

0

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

0

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

0

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

Grimtorn Gamma - Zwischen Macht und Mythos

Kristin: Eine fantastische Geschichte, überraschend bis zum Ende, wo alle Fäden zusammen laufen❤️ Richtig schön geschrieben und auch noch eine eigene Sprache erfunden. Mega 🤩 Ich bin froh, dass ich meine Muttersprache einigermaßen beherrsche und hier wird mal eben einen neue Sprache aus dem Ärmel geschüttel...

Jetzt lesen
Die abgewiesene Delta

wegner1962: Die Geschichte ist sehr spannend und fesselnd.

Jetzt lesen
Grimveil Gamma - Im Schleier der Schatten

Amy: Ich mochte Kirrok schon im letzten Teil, seinen Zynismus, der ihn oft in die Klemme bringt, aber auch so herrlich sympathisch macht 🥰😅😍 es ist sooo mitreißend und spannend geschrieben, dass sie Zeilen verfliegen und man am Ende angekommen ist. Hervorragende Unterhaltung, ich freue mich schon auf ...

Jetzt lesen
Pretty Girls - Outside - Story of Kathleen

Sina: Das war wirklich eine sehr schöne Geschichte 🥰Hat mir sehr viel Spaß gemacht sie zu lesen Dankeschön dafür 👍🏻😁

Jetzt lesen
Der Wolf in mir

kuesterinfo: Toll geschriebene Geschichte, super Charaktere und spannende Abschnitte. Bin gespannt wie es weiter geht!!!

Jetzt lesen
Kissed by a Lycan

Moni: Es hat mir gefallen bis auf das das Verhör sehr lang ging und ein ewiger hin ubd her

Jetzt lesen
Die Wölfe von Welby

Sina: Eine wirklich schöne Geschichte Mit vielen Höhen und Tiefen Hat mir gut gefallen Auch der schreibstil Dankeschön das ich diese Geschichte lesen durfte 🥰 👍🏻

Jetzt lesen
 Mehrfach zurückgewiesene Gefährtin

Sina: Das war eine schöne bewegende Geschichte Hab sie in eins durch gelesen War toll und flüssig geschrieben Dankeschön das ich sie lesen durfte 🥰

Jetzt lesen
Schlummernde Wölfin

sk8erhasi: Ich mag keine Geschichten, die am Anfang sich endlos ziehen und dann der spannende Teil grad mal ein Kapitel ist. Wo ist der zweite Teil? Es sind noch so viele offene Fragen. Was ist mit ihrem Vater, was mit dem bösen Alpha usw. Ansich ist das Buch echt gut geschrieben, aber irgendwie unvollständig...

Jetzt lesen