Vorwort
Vorwort
Schon einmal vorweg – wer Vampire, Werwölfe, Mörder und Milliardäre erwartet, sollte dieses Buch gleich wieder zur Seite legen. Ebenso werden keine Helden und Prinzessinnen und Drachen auftauchen, dafür bin ich in meinem Alter schon viel zu sehr in der Realität angelangt.
Wer jedoch träumen möchte, wer der Liebe und sich selbst hoffnungsvoll vertrauen will oder genau dies wiederfinden will, muss sich durch jedes einzelne Kapitel durchkämpfen. Also nicht gleich die letzte Seite aufschlagen, der Weg ist das Ziel. Und dieser Weg entspringt dem wahren Leben, auch wenn dieser so manches Monster und zierliche Feen für uns bereithält.
Ich lese gerne Liebesromane, vor allem die der erotischen Art, wo nicht jede Begierde in Watte gepackt wird und das wunderschöne Erlebnis der körperlichen Vereinigung mit Bienchen und Blumen beschrieben wird. Das Einzige, was mich immer wieder stört, sind die Settings. Welche fast noch jugendliche Sekretärin gibt ihrem Adonis-Chef Widerworte? Nicht falsch verstehen, ich lasse mich ab und zu auch gerne von diesen Geschichten berieseln, aber darüber zu schreiben liegt mir fern. Ich mag die Wunder der realen Welt, die uns tagtäglich begegnen. Einfach? Nein – sicherlich nicht! Spannend? Ja! Meine Helden und Heldinnen durchlaufen Täler und Wiesen, überqueren mit letzter Kraft Berge, durchschwimmen Seen von Missverständnissen immer im Ungewissen, was sie dahinter erwartet. Und dabei sind sie nie allein – sie haben die Kraft ihrer Mädels und Kumpels, ihrer Kinder und Familie und immer einen Schutzengel.
Ich schreibe meine Romane, weil das Kindliche in uns allen noch nach der Erlösung aus den Märchen sucht und daran zweifelt, dass wir sie finden. Und mit Märchen meine ich diese erfüllende, bedingungslose Liebe, die alle Widrigkeiten übersteht. Nur ist sie nicht wie das Märchen aus Kindheitstagen oder wie in den Großen Blockbustern Titanic oder Sissi. Sie ist eher wie ein Dirty Dancing. Ich möchte die Hoffnung wecken ohne den Blick darauf zu verlieren, wie wir selbst dafür verantwortlich sind. Manchmal kann es sein, dass das Universum uns zwar hilft, aber den ersten großen Schritt müssen wir selbst tun. Uns selbst zu lieben, authentisch zu sein und den anderen mit allen Stärken und Schwächen zu respektieren ist die Grundlage für das Märchen, das wir im Alltag selbst kreieren können. Ihr merkt schon – zu gerne lasse ich psychologische Fragmente in meine Texte einfließen – ganz weit vorne die Gefühlswelten als auch die Kommunikationsebenen.
Fiktive Personen gibt es genauso wie reale Orte. Alltägliche Situationen, Eindrücke und Begebenheiten fließen in das Handlungsgerüst genauso ein wie kleine Luftballons unserer Traumwelten. Inspiration dafür lieferten mir meine Freundinnen, die mich schon seit über zwanzig Jahren begleiten als auch die Männer, die mich zwischendurch immer wieder überraschten – positiv als auch negativ. Danke an der Stelle! Und meine Reisen – ich liebe es neue Orte zu entdecken, die Besonderheiten der Städte und Menschen auf Fotografien festzuhalten. Das Sahnehäubchen der Erzählungen bilden dann musikalische und literarische Déjà-vus. Aber auch harte Kost wie Tod und Trauer, Abschied, Verletzungen und Verrat, Trennungen haben bei mir ihre Berechtigung – denn ohne Regen würde man die Sonne nicht zu schätzen wissen. Leidenschaft ist nicht nur eine Eigenschaft, die Leiden schafft. Sie ist vor allem Energie, die in jedem von uns fließen will. Sei es nun beim Lesen, beim Motorradfahren oder beim Sex.
Ich schreibe die Bücher für die Zeiten, in denen die Welt zu dunkel erscheint, als Anreize zum Nachdenken, um in den Sorgen und Nöten des Alltags Lichtblicke zu erhaschen. Oder ich schreibe sie für diejenigen, die sich in glücklichen Zeiten einfach mal so daran erinnern wollen, warum sie glücklich sind. Ok, ich gebe zu, manch erotische Textstellen sind vielleicht auch den Partnerschaften hilfreich, die mal wieder das Feuer auflodern lassen wollen.
Gäbe es ein Motto für meine Bücher, würde mir die Wahl schwerfallen:
a) Mein Lieblingsspruch: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar – da hatte der kleine Prinz wohl uneingeschränkt Recht.
b) Nenas Wunder gescheh‘n – jeden Tag, wenn wir nur die Augen öffnen
c) Alles geht, nichts muss – ein schrecklicher Spruch in anderen Zusammenhängen, aber mit Blick auf unsere Träume sicherlich wahr
d) Firework– Yeah! Katy Perry und Madagaskar - absolutes Selbstpuschen
e)Regenbogentorte – bunt, lecker, kalorienreich wie das Leben selbst
Da ich mich nicht entscheiden kann, überlasse ich euch Leser*innen, welche Sinnrichtung ihr gerade jetzt - in diesem Moment - benötigt.
Zu guter Letzt schreibe ich die Liebesgeschichten für meinen Sohn auf. Es soll ihm stets verdeutlichen, dass es die wahre Liebe wirklich gibt, wie wir uns bedingungslos lieben – mit all unseren Stärken und Schwächen und uns selbst nie verleugnen. Ich liebe dich, so wie du bist ist für mich der wohl wichtigste Satz, den ich ihm schon beim Krabbeln und mit der Muttermilch eingeflößt habe.
Egal welche Lebenslage, welcher Schicksalsschlag oder welcher Traum uns begegnet, es hat alles seinen Sinn und will stets nur das Gute für uns. Es zeigt uns die Lebensbereiche, in denen wir noch Entwicklungsmöglichkeiten besitzen. Wir sind alle wunderbare Menschen und irgendwo auf der Welt gibt es genau diesen einen Menschen, der für uns bestimmt ist. Um zu einander zu finden, müssen wir aber manchmal über unsere eigenen Schutzmauern springen oder sie eintreten. Jeder so, wie er es mag. Und diejenigen, die das noch nicht erkannt haben, bemitleide ich nicht, sie sollen das Buch lesen!
Warum schreibe ich also dieses Buch?
Weil schreiben, wie gesagt, meine Leidenschaft ist, weil ich gerne meinen Gefühlen Ausdruck verleihe und ich weiß, dass meine Worte immer wieder die Herzen der Menschen berühren – egal ob Familie, Freundin, Freund, Sohn, Kollegen, Nachbarin. Für mich ist das Schreiben eine Möglichkeit meinen Gefühlen und Träumereien Raum zu geben, mich der Welt mitzuteilen und durch meine bisherige Lebenserfahrung Anreize für Problemlösungen zu geben. Wobei ich hier nicht Probleme im üblichen Sinne meine, sondern die Irrwege, auf denen sich unser Geist und unser Herz derweil begibt.