Kapitel 1
Kapitel.1 Jacob’s pov Die Tür knarrte, als ich genervt die Wohnung betrat. Ein muffiger Geruch und das Flimmern des grellen Lichts offenbarten mir sofort, dass ich wieder einen Schauplatz der Zerstörung betrat. Überall lagen Bierflaschen herum – stille Zeugen vergangener Eskapaden meines Vaters. Der Boden wirkte klebrig, und der abgewetzte Teppich diente als Fangbecken für allerlei Hinterlassenschaften. "Ein weiterer Tag im Irrenhaus", flüsterte ich vor mich hin. Mein Blick fiel auf den blutverschmierten Pullover, den ich heute trug. Klasse, der Bastard hat auch noch meinen Lieblingspullover ruiniert. Ein Seufzen entwich mir, als ich mich durch das Chaos zu meinem Zimmer kämpfte. Mein Lieblingspullover hing nun schmutzig über einem Stuhl, umgeben von weiteren Klamotten, die ihren Weg zur Waschmaschine noch nicht gefunden hatten. Der Kühlschrank war nur spärlich gefüllt, hauptsächlich mit halbleeren Bierflaschen und verdorbenen Resten von unklarer Herkunft. Ein unangenehmer Schauer durchfuhr mich, als ich den Küchenbereich erreichte. Geschirrberge türmten sich auf, als ob sie darauf warteten, in den nächsten Streit geworfen zu werden. Der Geruch von altem Fett und Zigarettenrauch hing in der Luft, und die Schatten der Vergangenheit schienen aus den abgewetzten Möbeln zu sprechen. Ich musste unauffällig handeln, bevor mein Vater davon Wind bekam. Mein Blick glitt zum blutverschmierten Pullover, und ohne zu zögern schnappte ich mir das Kleidungsstück. Leise wie ein Schatten schlich ich mich zur Waschmaschine und setzte den Reinigungsvorgang in Gang. Der rote Fleck sollte so schnell wie möglich verschwinden, als hätte er nie existiert. Nach dieser eiligen Aktion sehnte ich mich nach einer warmen Dusche. Das Duschen bot vorübergehend einen Zufluchtsort. Ich betrat das Badezimmer und ließ das warme Wasser über meinen Körper fließen. Die Duschtropfen vermengten sich mit dem Blut, der Wasserdampf schuf eine flüchtige Barriere zwischen der Realität und mir. Während ich den Schaum des Duschgels über meine Haut gleiten ließ, versuchte ich, die belastenden Ereignisse abzuspülen. Das monotone Rauschen des Wassers dämpfte den Lärm in meinem Kopf, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Die düstere Atmosphäre der Wohnung endete abrupt, als ich die Dusche verließ und die Realität wieder zu mir kam. Ich ging in den Flur, und am anderen Ende stand mein Vater, offensichtlich sauer, mit einer Bierflasche in den Händen. Er neigte dazu, schnell wütend zu werden. "Du bist viel zu laut!", rief er. Unsicher, wie ich reagieren sollte, ging ich in mein Zimmer, um meine Sachen zu holen. „Ich will ihn nicht noch mehr verärgern„ Beim Verlassen der Wohnung spürte ich, dass es nicht ohne Konflikte ablaufen würde, aber das war für mich nichts Neues. Ich schaute ihn nur mit einem bösen Blick an, wartete einen Moment vor ihm, und am liebsten würde ich jetzt etwas dazu sagen, so wie er heruntergekommen war, wie traurig es ist und schon fast bemitleidenswert, aber dann könnte es eskalieren, und darauf hatte ich jetzt echt keine Lust. Irgendwann kommt der Tag an dem er alles zurück bekommt. Ich lief die Treppen hinunter, um zur Schule zu gehen, dabei hörte ich, wie er mir hinterherrief: "Du brauchst heute nicht wieder kommen!" Dabei warf er einen Bilderrahmen, auf dem wir alle drauf waren. Als ich weiter zur Schule lief, schaute ich mir die Umgebung genauer an. Es war interessant zu wissen, dass kaum jemand auf den Straßen war. Endlich angekommen, war ich viel zu früh dran. Ich überlegte, wie üblich auf die Toilette zu gehen, um meine Ruhe zu haben. Es kommt nie einer dahin. Auf dem Weg dorthin machte ich mir Gedanken darüber, wie es weitergehen sollte. Dort angekommen, gönnte ich mir einen Moment der Entspannung und zündete mir eine Zigarette an. Als ich einen blauen Fleck bemerkte, versuchte ich, ihn so gut wie möglich zu verbergen. Ich warf einen Blick auf die Uhr. "Ich sollte langsam los", sagte ich. Nach einer Weile hörte ich, wie jemand hereinkam. Schnell ging ich in die Kabine und schloss die Tür ab. Aus dem Gespräch konnte ich herausfiltern, dass sich jemand über den Matheunterricht beschwerte. "Ich habe heute echt keine Lust auf den scheiß Matheunterricht, warum muss das so schwer sein", hörte ich diese Stimme herumjammern. Plötzlich fiel etwas zu Boden, und die Person geriet in Panik. „Wo ist es… ich darf es nicht verlieren…“ Ich fand ein Armband, das offensichtlich der Person gehörte, und öffnete die Tür, um es der Person zurückzugeben. Ich konnte nicht verstehen, wie jemand so schnell in Panik geraten konnte. „Hier, das ist doch deins“, sagte ich. Er nickte und antwortete mit einem Lächeln im Gesicht. Ich schaute ihn genauer an. Er war so gewöhnlich und langweilig, aber irgendwie hatte er etwas an sich, ich kann aber auch nicht beschreiben, was es genau ist. Ich hörte auf, weitere Gedanken an ihn zu verschwenden. Ich ging wieder in die Kabine. Ich wollte nicht weiter meine Zeit mit ihm verschwenden und machte die Tür zu, aber es wurde hartnäckig dagegen geklopft. Trotz meiner Ungeduld öffnete ich die Tür, und er bedankte sich nochmal dafür, dass ich ihm das Armband wiedergegeben hatte. Er sah überrascht aus über diese Situation. Er dachte wahrscheinlich nicht, dass ich nochmal rauskommen würde. Ich hatte kaum noch Zeit, bis der Unterricht beginnen würde. Ich bin nicht der Mensch, der mit anderen abhängt. Ich schaute ihn böse an, und ich glaube, er wollte etwas sagen, aber er hielt inne. Ich glaube, er hat es verstanden. Mit wenig Interesse an einer Unterhaltung ging ich zurück in die Kabine, bevor ich zum nächsten Unterricht musste. Doch das Klopfen an der Tür hörte nicht auf. „Hey, mach doch die Tür auf, das ist unhöflich… Komm schon…“, rief er. Schließlich konnte ich meine Wut nicht mehr zurückhalten, öffnete die Tür und drückte ihn an die Wand. "Nerv mich verdammt noch mal nicht!", sagte ich. Sein ängstlicher Gesichtsausdruck zeigte, dass er die Botschaft endlich verstanden hatte. Ich verließ die Toilette, um weiteren Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, bevor ich etwas tun würde, was ich bereuen könnte. Sein Gesichtsausdruck kam mir wieder in den Kopf. "Der sah interessant aus, vielleicht könnte das noch spannend werden", dachte ich, während ich meinen Weg fortsetzte.