In jener Nacht...
Wer sich noch an Kapitel 29 erinnert, hat sich bestimmt gefragt, was Sumi in der ersten Nacht, als er bei Yeon übernachtet hat, geträumt hat. Nun, in diesem kurzen Auszug werdet ihr es erfahren ;)
Mein Traum in dieser ersten Nacht bei Yeon zuhause fängt recht wirr und undurchsichtig an. Um mich herum sind viele Menschen, die mich umzingeln und bedrängen. Sie rufen und schreien, schubsen und drängeln und engen mich ein. Mir bleibt die Luft weg und Angst steigt in mir auf, ich beginne Panik zu entwickeln. In meinem Kopf dröhnt der ohrenbetäubende Lärm der aufgebrachten Meute, die mich umringt. Meine Arme gehen nach oben, meine Hände greifen krampfhaft nach etwas, das mir Halt geben kann, während sich die Panik in mir immer weiter ausbreitet und mich zu übermannen droht. Ich schließe atemlos die Augen und bete zum Himmel, auch wenn ich nicht an Gott glaube, er soll mir Hilfe schicken. Plötzlich spüre ich eine warme Hand, die nach meiner greift und mich aus der Menschentraube zieht. Als ich einen Moment später den Kopf hebe, blicke ich in zwei grau-grüne, hübsche Augen, die mich besorgt mustern. Sofort ist meine Atemlosigkeit und Panik verflogen, fast so, als hätten sie nie existiert. Ich finde mich seltsamerweise in Yeons kräftigen Armen wieder, die mich nicht loslassen, während sich mein Herzschlag langsam beruhigt. Irgendwie ist es befremdlich, von diesem großen Mann umarmt zu werden und doch fühle ich mich so geborgen und sicher, als könne mir nichts etwas anhaben. Warum träume ich so etwas? Ich habe doch keinerlei Gefühle für ihn, geschweige denn stehe ich auf Männer.
Plötzlich finden wir uns in einem Raum wieder, den ich, wage und verschwommen, als Yeons Küche erkennen kann. Das Licht ist gedimmt und im Hintergrund kann ich den flimmernden Fernseher sehen, doch ich kann nicht sehen, welches Programm läuft. Wieder spüre ich Yeons warme Hände, die meine Arme zu beiden Seiten halten, während er besorgt auf mich hinabblickt. Diesen Blick kenne ich nicht an ihm, oder doch? Wieso schaut er mich so an? Hat er Mitleid? Sein Blick wird sanft und ein leichtes, aber hübsches Lächeln legt sich auf seine Lippen. Mein Herz macht einen aufgeregten Hüpfer und schlägt wieder wie wild. Genauso wie vorhin in der Menschenmenge, nur dieses Mal vor Aufregung. Ich verstehe nicht, wieso er mich so aus der Fassung bringt. Ich schließe die Augen und versuche, mich zu beruhigen, doch als sich wieder seine starken Arme um mich legen und mich zu sich heranziehen, werden meine Knie weich. Für einen Moment will ich mich wehren und mich losreißen, doch diese warme Nähe fühlt sich so vertraut und gut an, dass ich es einfach geschehen lasse.
Als ich die Augen wieder öffne, sehe ich Yeons Gesicht dicht vor meinem. Ich schlucke schwer, als ich seinen herben Duft einatme und seinen heißen Atem auf meiner Haut spüre. So nah bei ihm, erkenne ich das wunderschöne Grün um seine Pupillen herum und verliere mich langsam in seinen Augen. Sie erinnern mich an diesen Mossachat, einen hübschen, außergewöhnlichen Edelstein. Langsam, kaum merklich, kommt mir der große Schwarzhaarige immer näher, bis sich unsere Lippen treffen. Mein Herz schlägt wie wild und scheint mir jeden Augenblick aus der Brust hüpfen zu wollen. Ich klammere mich reflexartig an Yeons enganliegendem T-Shirt fest und schließe erneut die Augen. Seine Lippen sind überraschend weich und zart, sehr warm und schmecken irgendwie süß. Ich frage mich immer noch, was hier gerade passiert und wieso es gerade mit einem Mann passiert, doch ich unternehme nichts. Es fühlt sich so real an, dass es fast süchtig macht. Das Gefühl der Geborgenheit und des Schutzes werden immer größer, bis sie mich alles um mich herum vergessen lassen. Noch nie zuvor habe ich mich so gut aufgehoben und wohl gefühlt und das irritiert mich. Wieso fühle ich mich ausgerechnet bei ihm so? Unter meinen Händen kann ich Yeons trainierte Brustmuskeln spüren, wie sie sich anspannen und mir läuft ein heißer Schauer den Rücken hinab.
Plötzlich intensiviert Yeon den Kuss, seine Lippen werden fordernder und ich lasse es einfach geschehen, bis er vorsichtig seine Zunge vorschiebt. Ich lasse sie gewähren und empfange sie mit meiner Zunge. Sie umschlingen sich und erkunden sich neugierig, während ich langsam jeden klaren Gedanken aus meinem Kopf verbanne. Es fühlt sich so gut an, dass ich mit einem Mal mehr will. Es gefällt mir, was Yeon da mit mir anstellt und ich bin gierig auf mehr. Also schiebe ich meine Zunge noch ein Stückchen weiter in Yeons Mund, woraufhin er den Zungenkuss heftig erwidert. Seine eine große Hand vergreift sich in mein Nackenhaar, während die andere mehrmals über meinen Rücken streicht und weiter nach unten wandert. Sie macht an meinem Hintern halt und packt kräftig zu. Zu meinem Widerwillen entfleucht mir ein leiser Stöhner und Yeons lacht kurz zwischen unseren heißen Küssen. Seine Hand knetet meinen Hintern gekonnt und ich spüre, dass es ihm ähnlich geht wie mir. Dass er mehr will und sich kaum noch zurückhalten kann.
Wir küssen uns weiter heftig, unsere Zungen können schon gar nicht mehr voneinander lassen und wir lassen uns kaum Zeit, um einmal durchzuatmen. Ohne mein Zutun legen sich meine Arme um Yeons kräftigen und muskulösen Oberkörper und meine Hände krallen sich an seinem Rücken fest. Nun drücke ich mich ganz fest an ihn, dass ich meine, jeden einzelnen Muskel spüren zu können. Seine Hitze überträgt sich auf mich und mich überkommt das explosive Verlangen, meine Kleidung loszuwerden. Yeon küsst mich weiter intensiv, aber auch leidenschaftlich und schiebt sein Bein vor, sodass sein breiter Oberschenkel zwischen meinen Beinen liegt. Ich verstehe sofort, was er damit bezwecken will und ohne groß zu zögern beginne ich, mich an ihm zu reiben. In meiner Leistengegend kribbelt es aufgeregt und vielversprechend und ich spüre, dass ich eine harte Erektion habe. Sie ist so intensiv, dass sie in der engen Hose fast schon weh tut. Eigentlich sollte es mir peinlich oder gar unangenehm sein, dass ein anderer Mann mich so weit bringt, doch ich lasse mich davon nicht beirren. Es fühlt sich einfach verdammt gut an und ich reibe meinen Ständer mit langsamen, aber intensiven Bewegungen an Yeons Oberschenkel.
Yeon stöhnt leise auf und sein Griff an meinem Hintern wird noch einmal stärker. Er drückt mit der Hand nach, folgt meinen Hüftbewegungen und schiebt mich immer näher zu sich heran. Irgendwann kann ich Yeons Härte in seinem Schritt spüren. Sie verpasst mir wieder Herzrasen und ich bin fast schon versucht, ihm in die Hose zu greifen. Als habe der Schwarzhaarige meinen Gedanken gelesen, löst er sich wenige Zentimeter von mir und fasst mir ohne Umschweife in den Schritt. Ich stöhne laut auf und lege den Kopf in den Nacken. Yeon küsst und beißt gierig meinen Hals, während seine warme, große Hand meine Erektion streichelt und verwöhnt. Es fühlt sich so gut an und ich will immer mehr, ich kann und will einfach nicht aufhören.
Doch bevor ich einen Schritt weiter gehen kann, werde ich aus meinem Traum gerissen und in einen schwarzen Strudel nach unten gezogen, der mich zurück in die Realität bringt. Zurück ins fremde Bett, in dem ich allein liege und langsam aufwache.
Warum ich diesen Part nicht mit einbezogen habe? Ich wollte das sexuelle Interesse von Sumi an Yeon noch etwas im Hintergrund halten und somit die Spannung etwas weiter aufbauen. Durch die wage Andeutung des Traums können die Leser*innen vielleicht selbst darauf kommen, was er geträumt haben könnte :D