Trinitas Impia
„Sohn, hast du gewählt?“
„Ja, Vater!“ Bestimmtheit liegt in der Stimme, die antwortet. „Ich wähle sie. Sie muss es sein, und keine andere! Sie soll die Gefährtin an meiner Seite sein! Sie wird die Krönung der Trinitas Impia sein!“
Ein animalisches Knurren hallt durch das Gewölbe Es ist nicht von dieser Welt. „Warum sie, Sohn? Sie ist nicht reinblütig! Hättest du nicht weiser wählen können?“
Der junge Mann, der inmitten zweier Freunde demütig vor dem Altar kniet und dem mächtigsten aller Dämonen huldigt – dem Teufel höchstselbst – zeigt keinerlei Angst. Söhne sollten keine Angst vor dem eigenen Vater haben, und in seinem Fall ist das auch so.
Klar und deutlich tut er seine Entscheidung kund.
„Weil sie die Unschuldigste von allen ist. Unschuldiger noch, als die Reinblütigen. Weil sie mehr ist, und weil sie alles ist, was ich will.“
Er sieht kurz in die Runde, sieht, wie seine beiden Freunde nicken, und setzt nach: „Sie ist diejenige, die wir alle wollen! Sie ist die Eine!“
„Dann sei es so, mein Sohn. Ihr habt ein halbes Jahr Zeit. Heute ist die Nacht der Litha. In der Nacht zu Samhain könnt ihr das Ritual durchführen, uns anrufen und eure Gefährtin erwählen.“
Die Worte hallen noch ewig in dem Gewölbe nach, keiner der drei jungem Männer regt sich. Erst als das Bild Luzifers verschwunden ist und er nicht mehr im Hier weilt, richten sie sich auf und sehen sich an.
Der Anführer nickt. „So sei es. Leiten wir alles in die Wege, wir haben nur sechs Monate Zeit.“