Kapitel 1
Lukas:
Das Gefühl, als würde in meinem Kopf jemand ein heftiges Schlagzeug Solo spielen, lässt mich langsam aus dem Tiefschlaf, wo es kurze Zeit friedlich war, auf wachen.Friedlich und geborgen, ein Gefühl, das mir fast schon Fremd erscheint.
Doch das nervige Piepen, das an meine Ohren kommt, lässt mich fluchen, wer auch immer mich damit ärgern will, es war eine ganz schlechte Idee.Denn der Abend war heftig, so wie er es fast jeden Tag im letzten Jahr war, seit ich Liam in seiner eigenen Kotze vorfand und ich dachte, mein bester Freund wäre Tod. Nicht nur, dass dies zu einem meiner schlechtesten Tage in meinem Leben zählt. Nein, die Band, die mich zusammengehalten hatte, entzweite seine Tat auch und die Musik, die ich einst als Rettung und Anker empfunden hatte, war zu einem Fluch geworden.Ich, Lukas Macallan, einer der talentiertesten und bekanntesten Musiker dieses Jahrhunderts, verfluchte die Musik und kehrte ihr den Rücken und griff seit dem Tag zur Flasche statt zur Gitarre.
Doch als ich die Augen öffnete, um wem auch immer dieses Geräusch verursachte eine zu scheuern. Fluchte ich nur noch mehr. Sterile Weiße Wände und die Bettwäsche, dir nur zu einem Krankenhaus gehören konnte, wieder zu fluchen und mir über das Gesicht zu streichen, nur um dabei einen Verband an meiner linken Hand zu bemerken. Was bei den Göttern war passiert. Doch dieses Detail wollte mir nicht ins Gedächtnis kommen. Wie auch ich wusste seit Jahren nicht mehr, wie ich über Nacht zu einem mir fremden Ort kam.
Doch riss ich die Decke von meinem Körper und setzte mich auf, dass mir ein Schmerz durch den Körper schoss, als hätte ich mit einem Hulk im Ring gestanden. Aber ich wollte und musste hier raus. Dieser Ort war nicht nur mein Fluch, sondern er erinnerte mich in meinem halb Nüchtern Zustand an den Tag, an dem ich dachte, mein Freund und meine Bandkollegen verloren zu haben. Die Schläuche, die an meiner Hand befestigt waren, riss ich mir aus der Haut und ignoriere den Schmerz und dass ich wie ein Schwein, das beim Schuss im Schlachthaus verfehlt wurde, blutete. So schwang ich meinen Körper aus dem Bett und hielt mich an der Bettkante fest. Denn die Welt, die mich gefangen hielt, drehte sich, als würde ich in einem scheiß Karussell sitzen und mich verspotten wollen. Erst als das Karussell aufhörte, sich zu drehen und meine Sicht wieder klarer wurde, stolperte ich mehr als recht zur Tür und merkte erst jetzt, dass ich nichts mehr als ein hässliches Weiß Grünes Krankenhaus Hemd am Körper trug. Das mich knirschen ließ und ich mich gleich fragte, wo meine Kleider waren. Doch da ich sie wohl nicht im Zimmer gesehen hatte, musste ich wohl oder übel so nach Hause fahren. Dann sollte die Presse halt sehen, dass von mir nichts mehr als ein Penner übrig war, der nur darauf wartete, eine neue Flasche in die Hand zu bekommen, um das beschissene Leben etwas besser zu machen. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss, das meinen Kopf dröhnte, als würde Linus auf sein Scheiß Schlagzeug hauen, um mein Leiden noch beschissener zu machen. Doch leider erregte diese auch die Aufmerksam einer Krankenpflegerin, die mich entgeistert anschaute und gleich auf mich zu eilte. “Mister Macallan, Sie sollten im Bett bleiben”, meinte sie mit besorgter Stimme, dass ich nur mit den Augen rollte. “Mir geht es gut und ich will gehen”, schnauze ich sie an. Dass sie stehen blieb und mich anschaute, als hätte ich ihr gesagt, dass sie die hässlichste Frau auf dem Planeten Erde wäre und ich sie ganz sicher nicht Vögeln würde. ‘’Sind sie sich Sicher, sie wurden heute Nacht erst eingeliefert und haben einige Prellungen so wie ihr Arm angebrochen ist’’ während sie dies sagte, schaute sie mein Arm an und bemerkte da mein Blut das meinen Arm herunter floss und auf dem Boden eine kleiner Pfütze hinterlässt. “Bringen Sie mir die Papiere”, knurrte ich nur wieder, denn keiner konnte mich dazu überreden, hier zu bleiben. Hier wo es mir nur noch zeigte, dass mein Leben beschissen ist und mich an … Ich schüttelt den Kopf, nicht wieder dran denken, doch nickt die Pflegerin nur. ‘’Ist in Ordnung wenn ich ihren Arm noch Verarzten darf’’ meint sie so das ich mit den Schultern zuckte. Wenn ich dann gehen durfte, war es mir egal. Es war mir eh alles seit dem Tag egal. ’’Dann komm sie mit ins Schwesternzimmer”, meint sie nur und geht vor, so das ich ihr mehr als recht folge. Doch als ich ein Fuß in das Schwesternzimmer setzte, hörte ich meinen Namen, dass ich stehen blieb als hätte mir jemand Salzsäure in die Venen gespritzt und ich von jetzt auf gleich zu einer Statue werden würde.
Ich blinzle und frage mich, ob ich Träumte, meinen Verstand mit einem Streich spielte oder welche Drogen ich nun genommen habe, um Wahnvorstellungen zu haben. ’’Lukas’’ ertönte wieder die Stimme, dass ich mich in den Arm zwickte, nur um bei dem kleinen Schmerz zu merken, dass ich ganz sicher klar war und dies nicht geträumt hatte. Denn diese Stimme, wie lange hatte ich sie nicht mehr gehört.
Doch wie in Sekunden drehte ich mich in die Richtung und es war, als würde die Welt aufgehört haben sich zu drehen oder der Sauerstoff auf der Station verbraucht zu sein.
Da stand ein Mann mit blonden Haaren, der in die Jahre gekommen war, doch die braunen Augen, die mich ansehen und ich das Gefühl hatten, als würden sie bis in mein Inneres schauen, ließen mich schlucken. Was beim Fick Aaron hier macht? Arbeite er hier, nein, so sah er nicht aus. War er hier, weil er jemanden besuchte, seine Schwester oder Freundin, wenn er einer hatte.
Doch mein Herz setzte sich bei dem Gedanken aus und ich fragte mich, warum es mich auf der Welt interessierte. Es waren 10 Jahre vergangen, 10 Jahre wo wir uns nicht gehört oder gesehen hatten und nun war er hier. “Du….was?” Stotterte ich, als hätte man mir die Gabe des Sprechens geraubt. Er machte einen Schritt auf mich zu und ich hatte das Bedürfnis, einen Schritt nach hinten zu gehen und gleichzeitig zwei nach vorne, um zu schauen, ob diese bizarre Situation echt war oder ich nicht doch halluzinierte. Doch machte ich nichts dergleichen und blieb wie eine Scheiß Statue stehen. Dabei starrte ich ihn nur mit aufgerissenen Augen an und überlegte wieder, was ich eingeworfen hatte.
Doch sah ich ihm auch deutlich an, dass er nicht genau wusste was er hier machte.
’’Du hattest mich als Notfall Kontakt hinterlegt”, meint er, als würde das ganze nun klarer und verständlicher werden, doch ich schluckte wieder, während mein Herz wie damals in der Uni schneller schlägt, wenn ich ihn immer gesehen hatte oder wir uns berührten. Doch warum hatte ich ihn all die Jahre immer noch als Notfallkontakt angegeben, hatte ich es vergessen oder wollte ich es einfach nie ändern.
Obwohl Liam und auch Linus so wie Max hätten sich nur über mich lustig gemacht und mich dann getränkt, dass ich wieder Nüchtern werde, um einen neuen Song zu schreiben. Ein scheiß Song, um uns noch berühmter zu machen, um wieder Monate lang im Tonstudio zu stehen und anschließend wie Marionetten durch das Land und die Welt zu Touren um uns und den Manager noch reicher zu machen.
“‘Du siehst gut aus’’ war das erste was ich zu sagen wage und mich gleich frage was beim Fick ich gerade von mir gegeben habe. Ein Hallo, danke fürs kommen, ich lasse es gleich ändern. Hätte es nicht getan oder wie, fragte ich mich schon wieder. Das kurze Lächeln, das über sein Gesicht huschte, zeigte mir, dass er amüsiert war. ‘’Das kann ich nicht erwidern, du siehst Scheiße aus’’ meint er direkt das mir ein kleines Grinsen aber freches Grinsen aufs Gesicht zauberte. ‘’Ich habe nur ….’’ Ja, was hatte ich. Warum war ich hier und warum haben sie den Notfallkontakt angerufen? Was habe ich getan, um hier eingeliefert worden zu sein und ich erinnere mich nicht mehr daran. Doch die süße Stimme der Krankenschwester rieß mich wieder ins Hier und Jetzt zurück und erinnerte mich gerade, dass ich eigentlich abhauen wollte.
Doch würde dann wieder 10 Jahre vergehen, bis ich ihn wieder sah, bis wir uns wieder sahen. Hauchte mir als fieser Gedanken durch meinen Kopf und blieb da hängen wie ein zäher und lästiger Kaugummi.
Aaron:
Als mein Handy heute früh ging, dachte ich, es wäre die Arbeit oder jemand anders. Doch als sich das Krankenhaus meldete und mir erklärte, dass ich der Notfallkontakt von Herrn Macallan war, brauchte ich einen Moment um zu realisieren, wer sie da meinte. Doch als sie Lukas Macallan meinte, schaute ich mich in meinem Zimmer um, als wäre ich in der versteckten Kamera.Warum war ich seinen Notfallkontakt nach all den Jahren. Er hat sich 10 Jahre nicht gemeldet und nun soll ich ihn wieder sehen.Gut gesehen habe ich ihn fast täglich in den Medien, doch nun war es anders. Wie würde er aussehen, obwohl das nach einem Autounfall sicher kein schöner Zustand war.
So stieg ich in meinen Wagen und fuhr wie Paralysiert zum Krankenhaus und ging direkt auf die Privat Stadion, die sie mir genannt hatten. Doch meine Gedanken drehen sich immer wieder um eine Frage. Warum war ich sein Notfallkontakt, wenn ich dachte, er hätte mich vergessen, oder war das nicht der Fall?
Doch als der Aufzug der Stadion aufging, schmunzelte ich leicht. Doch was habe ich erwartet, vergoldete Wände und der Boden aus schwarzem, edlen Marmor. Wohl kaum, es war ja immer noch ein Krankenhaus und so suchte ich das Schwesternzimmer und fragte mich wieder, was ich hier machte. Doch kam ich nicht weit, als eine Zimmertür aufging und ein großer Mann herauskam, die Haare standen ihm in alle Richtungen und brauchten dringend eine Wäsche. So blieb ich stehen, denn der Rest von ihm erinnerte mich an einen Zombie aus einem dieser Spiele. Seine Haut war blass, hier und da sah man einen blauen Fleck, der leicht ins Grüne überging. Ich blinzelte, als ich sah, dass sein Arm blutete und Spuren auf dem Boden hinterließen. Doch so wie er taumelt, konnte er wirklich einen Zombie aus einem der Filme gleichen. Aber ich war einerseits erleichtert, andererseits auch nicht, als die Pflegerin, die gerade aus einem anderen Zimmer zu kommen scheint, auf ihn zu geht und ihn ansprach.
Doch ich schluckte, ich hatte mit allem gerechnet, dass er schlief und am ganzen Körper Verbände trug . Nein, mit so etwas habe ich beim besten willen nicht gerechnet. Doch ein Gedanke schlich mir in den Kopf. Vielleicht war er es auch nicht und jemand anders mit demselben Nachnamen lag zufällig auf der Station. Auch wenn die Stimme die ich hörte und zufällig mitbekam, dass er sich selbst entlassen wollte. Den Gedanken schwer machten.
Wusste er, wie er aussah oder dass er vor Stunden erst einen Unfall hatte, weil er, wie es in den Medien hieß, gegen einen Baum fuhr und das sicher mit Alkohol und Drogen im Blut.
Doch als er sich wieder bewegte holte mich das aus meiner Starre heraus. Ich musste mir sicher sein und ich wollte wissen, warum ich sein Notfallkontakt war. ‘’Lukas’’ rief ich das aber mehr ein hauchen war. Doch als dieser große Mann dabei stehen blieb, als wäre er durch meine Worte zu Stein geworden, lächelte ich leicht, während mein Herz für einen kleinen Hoffnungsschimmer sich einbildete, dass dies alles mehr bedeutet. Doch da er sich nicht regt, rief ich seinen Namen nochmal diesmal mit etwas mehr Nachdruck und lauter. Aber als er sich umdrehte und ich ihn von vorne sah, schluckte ich. Den er sah von hinten schon echt scheiße aus. Doch nun war alles eine Untertreibung. Nur seine grünen Augen, die in meine Starrten, ließen mir glauben, es wäre jemand anderes. Den auch wenn unter seinen Augen dicke Schwarze Augenringe zu sehen waren und sein Gesicht eingefallen und blass, als hätte sie noch nie Sonne abbekommen, schluckte ich den Kloß der sich in meinem Hals gebildet hat, herunter und bemühte mich an einem gezwungen Lächeln.Hier stand er nun, der Mann, der meine Jugendliebe war und dem ich vor etwas mehr als zehn Jahren gesagt habe, dass er die Chance, die er damals bekommen hat, annehmen sollte. Denn es wäre egoistisch gewesen, ihn zum Bleiben zu zwingen. Doch genau so erbärmlich war es, dass ich seine Musik verfolgte, eigentlich alles Verfolgte ich seit dem. Selbst auf einigen Konzerten war ich und wenn er wüsste, dass ich mir ein Tattoos mit einem Fers von seinen Liedern habe stechen lassen. Würde er mich vermutlich auslachen.Doch nun hier zu stehen, ihn zu sehen, auch wenn er erbärmlich aussah, brachte meine Welt wieder zum Stehen. Doch als er einige Worte, die keinen Sinn ergeben, sagte, brachte er sie nicht nur zum Stehen, sondern auch wieder zum Wanken. Keiner, egal mit wem ich es versucht habe, hatte je solch eine Macht über mich und so tödlich wäre es, diese wieder zuzulassen.
So kam ich ihm näher. “‘Du hattest mich als Notfallkontakt angegeben’’ sprach ich dies nun aus, um anzusprechen, warum ich hier war und warum ich. Es gab doch sicher andere Personen nun in seinem Leben. Also warum war ich hier und warum war ich sein Notfallkontakt?
Aber ich hätte mit allem gerechnet oder sogar gewettet, aber nicht mit den Worten, die mein Herz noch Hoffnungsvoller schlagen ließen. “Du siehst gut aus’’ Diese Worte genügen. Doch schmunzelte ich nur und musterte ihn wieder, was ich ja davor schon getan habe. ’’Das kann ich nicht erwidern, den du siehst echt scheiße aus’’ Konterte ich was aber der Wahrheit entsprach, das ihm aber auch ein kleines aber feindes Grinsen aus Gesicht zauberte und ich ihm deutlich ansah das er etwas suchte um mich wieder zu necken. Doch dazu kam es nicht, denn die Krankenpflegerin kam aus dem Zimmer, wo sich das Personal aufhielt und ich ihr für die süße Stimme am liebsten etwas entgegen gepfeffert hätte, obwohl ich mir auf die Zunge biss.
Ich war kein Fan, ok, doch war ich aber nicht so einer, der hier eifersüchtig werden würde. Er war ein Erwachsener Mann und darunter ein Rockstar der sicher mehr Sex in den letzen Zeit hatte von dem ich nur Träumen konnte.