Ara
Triggerwarnung: Suizidversuch, Panik, Andeutung und Beschreibung von häuslicher Gewalt, Alkohol und Drogen
Notizen (siehe Ende des Kapitels für mehr Notes):
Das ist erst das erste Kapitel. Es ist aus Aras Sichtweise. Manche andere sind aus Hyunjins Sicht. Es steht immer im Titel. Ich habe mich dafür entschieden, um beide Charaktere zu beschreiben, ihre Gefühle anzusprechen und besser darzustellen.
Diese ganze Geschichte ist meine erste. Also bitte entschuldige, wenn der Schreibstil noch ein wenig unerfahren ist und verbessert werden kann. Schreib mir gerne ein Kommentar, wenn du Tipps hast ♡
Viel Freude beim Lesen und pass auf dich auf ☆
Ich stehe auf einer verlassenen Brücke, lehne auf der Brüstung und starre in die Tiefe. Wieso? Vielleicht denke ich, meine Tränen, die mein Gesicht hinunter fließen und schließlich 20 Meter weiter unten ins Wasser platschen, wären hier nicht mehr ganz so sichtbar für jeden. Sondern eben für niemanden. Weil hier keiner ist. Und weil es stockdunkel ist. Keine Ahnung, wie spät es ist, nicht mal mein Handy habe ich auf meinen nächtlichen Spaziergang mitgenommen, aber es muss schon nach Mitternacht sein. Meine Eltern können nicht gemerkt haben, dass ich weg bin. Nein. Es interessiert sie nicht. Also wofür die Mühe? Egal, was ich versuche, nichts genügt ihnen. Mein Dad trinkt jeden Tag. Er hat Mum oft missbraucht. Er manipulierte sie, auch wenn sie selbst nicht mal mehr richtig mitbekam, was passiert. Drogen, Selbstmordversuche und aggressive Kontrollverlusten. Das ist das Leben meiner Mum.
Und trotzdem sind sie beide reich. Wie auch immer sie das gemacht haben. Aber hinter verschlossenen Türen sind sie eben nicht die perfekten, geschäftstüchtigen Eltern, für die sie sich ausgeben. Man muss ja das Gesicht wahren. Schon oft hat Mum mit einem Glas nach meinem betrunken Dad geworfen, obwohl sie selbst nur noch verschwommen sah, was sie eigentlich tat. Das ich daneben stand haben beide nicht bemerkt. Ich war wie unsichtbar. Und das bin ich anscheinend auch jetzt.
Ein Auto fährt vorbei. Das ist hier eine Seltenheit. Aber wer auch immer hinterm Steuer sitzt, die Person muss mich einfach gesehen haben, wie ich da viel zu weit über der Brüstung hänge und meine Seele ausheule. Wie ich auf die ersten Balken der instabilen Mauer klettere und mich nur noch weiter vorbeuge. Trotzdem fährt das Auto weiter. Ohne auch nur zu hupen oder sonst was. Es fährt weiter. Oder? Der Motor geht plötzlich aus. Ich höre eine Tür zuschlagen. Aber ich drehe mich nicht um, auf keinen Fall. Ich muss es jetzt durchziehen, wenn ich will, dass das alles aufhört. Dieser Schmerz und die ständige Angst. Es muss aufhören. Ich klettere weiter. Meine Brust tut weh vom Weinen und mein ganzer Körper zittert.
Auf einmal spüre ich eine Hand, dann zwei, die mich fest an den Armen packen und sofort versuchen, mich runterzuziehen. Runter von dieser Mauer. Und weg von meiner Freiheit. Eine Männerstimme schreit: "Stopp! Komm da runter, sofort!". Aber ich kämpfe heftig gegen seine Versuche an und will mich zurück auf die Mauer drängen. Der Mann ist zu stark und schafft es nach einer Weile mich zurück auf den sicheren Boden zu holen. Ich greife in die Luft, fast schon sehnsüchtig nach dem Tod, als er mich von der Brüstung wegholt. In seinen Armen wehre ich mich nicht mehr. Das Ende der Brücke entfernt sich und wird von meinen Tränen auch noch verschwommen. Sobald der Mann mich abgesetzt hat breche ich auf den Boden zusammen. Ich weine noch heftiger, so doll, dass ich denke, ich bekomme keine Luft mehr. Der Mann kniet sich hinter mich, hält mich, umarmt mich fest und lässt mich in seinen Armen lehnen, obwohl er komplett fremd ist. Er wiegt mich sanft hin und her und redet mit beruhigenden Worten auf mich ein.
Ich weine. Ich schluchze. Ich zittere. Und mein Herz rast so schnell, es fühlt sich an, als wolle es gleich aus meiner Brust springen.
Dieser Mann, wer auch immer er ist, er hält mich fest, bis mein Zittern und Schluchzen weniger wird. Das erste Mal seit unendlich langer Zeit spüre ich einen Funken Hoffnung in mir. Das erste mal seit dieser Zeit fühle ich mich bei jemandem sicher und geborgen. Auch, wenn ich nicht mal weiß, wie er heißt. Und auch, wenn der Schmerz und die Erschöpfung noch immer größer ist als dieser winzige Funken.
Notizen: Dieses Kapitel war schwer zu schreiben. Sich in Ara hineinzuversetzen ist furchtbar. Du hast jetzt die Möglichkeit mit dem Lesen aufzuhören. Es wird in den nächsten Kapiteln ähnlich belastend sein. Aber wenn du bleibst, dann danke ♡
Übrigens werde ich diese Notizen in Zukunft in den vorgesehen Notes schreiben. Und es wird dadurch nicht mehr so viele Unterbrechungen beim Lesen geben.
♡☆♡








