Kapitel 1 "Das Flüstern"
Kapitel 1 – Das Flüstern
Richard schreckte aus dem Schlaf.
Sein Herz raste.
Schweiß rann ihm über Stirn und Nacken, während er regungslos in seinem Bett lag und in die Dunkelheit starrte.
Für einige Sekunden wusste er nicht, wo er war.
Dann erkannte er die Umrisse seines Schlafzimmers.
Das Fenster.
Der Schrank.
Die halb geöffnete Tür.
Die digitale Uhr auf dem Nachttisch.
04:17 Uhr.
Richard atmete tief ein.
Noch einmal.
Langsam.
„Nur ein Traum“, flüsterte er.
Doch das Wort fühlte sich falsch an.
Zu einfach.
Denn der Traum war noch immer da.
Nicht wie eine Erinnerung.
Eher wie etwas, das sich geweigert hatte, mit dem Aufwachen zu verschwinden.
Er schloss die Augen.
Und sah es wieder.
Feuer.
Rauch.
Schreie.
Er hatte auf einem Schlachtfeld gestanden.
Er wusste nicht, wo.
Er wusste nicht, wann.
Menschen rannten an ihm vorbei. Männer mit Schwertern, Speeren und Schilden stürmten aufeinander zu. Pferde schrien. Der Boden war voller Schlamm und Blut.
Richard selbst trug eine Rüstung.
Er wusste nicht, wem sie gehörte.
Er wusste nur, dass er sterben würde.
Ein Mann fiel direkt vor ihm zu Boden.
Richard wollte ihm helfen.
Doch seine Beine bewegten sich nicht.
Er konnte nur zusehen.
Dann geschah etwas.
Das Schlachtfeld veränderte sich.
Nicht plötzlich.
Nicht wie in einem Film.
Es war eher, als würde eine zweite Wirklichkeit über die erste gelegt.
Richard sah die Kämpfer nicht mehr als einzelne Menschen.
Er sah sie als Masse.
Als Menschen, die glaubten, für etwas kämpfen zu müssen.
Für einen König.
Für einen Gott.
Für eine Wahrheit.
Für eine Idee.
Und plötzlich verstand er etwas.
Sie wussten nicht einmal mehr, warum sie kämpften.
Sie hatten es nur oft genug gehört.
Ein Gedanke.
Eine Überzeugung.
Eine Stimme.
Religion.
Macht.
Manipulation.
Richard sah Männer sterben, die sich niemals persönlich etwas getan hatten.
Er sah Väter, die getötet wurden.
Söhne.
Brüder.
Freunde.
Und über allem lag etwas Unsichtbares.
Etwas, das nicht kämpfte.
Etwas, das nur zusah.
Richard drehte sich um.
Zwischen den tobenden Kämpfern stand eine Gestalt.
Ganz in Schwarz.
Sie bewegte sich nicht.
Kein Schwert.
Keine Rüstung.
Keine Waffe.
Nur ein langer dunkler Mantel.
Die Haut war unnatürlich blass.
Fast ohne Struktur.
Als wäre sie nicht aus Fleisch.
Und die Augen ...
Richard konnte nicht wegsehen.
Sie waren schwarz.
Nicht dunkel.
Schwarz.
Wie eine Nacht, in der niemals ein Stern existiert hatte.
Die Gestalt lächelte.
Nicht freundlich.
Nicht wütend.
Hämisch.
Als würde sie etwas wissen, das Richard niemals verstehen durfte.
Richard wollte zurückweichen.
Doch er konnte sich nicht bewegen.
Das Schlachtfeld wurde still.
Die Menschen um ihn herum bewegten sich weiter, aber Richard hörte nichts mehr.
Dann kam die Stimme.
Nicht von der Gestalt.
Sie war in seinem Kopf.
Das ist dein Schicksal.
Richard bekam keine Luft.
Es gibt kein Entkommen.
Er wollte schreien.
Er konnte nicht.
Die Gestalt kam keinen Schritt näher.
Trotzdem hatte Richard das Gefühl, dass sie direkt vor ihm stand.
Das Ende ist das Ziel.
Sein Herz raste.
Es gibt kein Leben.
Richard sah auf seine Hände.
Blut.
Sein eigenes?
Das wusste er nicht.
Keine Existenz.
Die Gestalt lächelte.
Nur den Tod.
Richard riss die Augen auf.
Er saß in seinem Bett.
Ein Schrei blieb ihm im Hals stecken.
Er tastete nach der Lampe und schaltete sie ein.
Das Zimmer war hell.
Leer.
Normal.
Richard starrte auf seine Hände.
Keine Rüstung.
Kein Blut.
Er atmete schwer.
„Scheiße ...“
Er stand auf.
Seine Beine fühlten sich weich an.
Er ging ins Badezimmer und stellte sich vor den Spiegel.
Ein blasses Gesicht blickte ihm entgegen.
„Es war ein Traum.“
Er sagte es laut.
Noch einmal.
„Es war nur ein Traum.“
Dann hörte er es.
Nur den Tod.
Richard erstarrte.
Er sah in den Spiegel.
Niemand hinter ihm.
Er drehte sich um.
Das Badezimmer war leer.
„Nein.“
Er schüttelte den Kopf.
„Nein, nein, nein.“
Er stellte die Dusche an.
Eiskaltes Wasser prasselte auf seinen Kopf.
Er blieb stehen.
Eine Minute.
Zwei.
Das Wasser wurde wärmer.
Die Stimme blieb.
Nur den Tod.
Richard schlug sich mit der flachen Hand gegen die Wange.
Einmal.
Noch einmal.
„Wach auf.“
Er schlug härter.
„Wach endlich auf!“
Seine Stimme brach.
„WACH ENDLICH AUF!“
Nichts.
Nur das Wasser.
Und diese Stimme.
Das Ende ist das Ziel.
Richard stellte die Dusche ab.
Er zog sich an.
Er frühstückte nicht.
Er wollte nicht darüber nachdenken.
Wenn er zur Arbeit fuhr, würde alles wieder normal werden.
Menschen.
Straßen.
Verkehr.
Routine.
Das normale Leben.
Genau das brauchte er.
Eine Stunde später saß Richard in seinem Auto.
Draußen begann die Stadt aufzuwachen.
Busse fuhren.
Menschen gingen über die Gehwege.
Eine Frau führte ihren Hund aus.
Ein Mann stand vor einem Café und telefonierte.
Alles war normal.
Richard startete den Motor.
Das Radio ging an.
Nachrichten.
Ein Moderator sprach über Politik, internationale Spannungen und die neuesten Ereignisse.
Richard hörte nur mit halbem Ohr zu.
Dann kam die Stimme wieder.
Richard.
Er zuckte zusammen.
Seine Hände verkrampften sich um das Lenkrad.
„Nein.“
Der Moderator sprach weiter.
Richard drehte das Radio lauter.
Die Stimme blieb.
Lauter.
Klarer.
Als würde jemand direkt neben ihm sitzen.
Richard.
Er drehte das Radio bis zum Anschlag auf.
Musik.
Verkehrsmeldungen.
Werbung.
Alles dröhnte durch den Wagen.
Doch die Stimme war deutlicher als zuvor.
Du hast mich schon einmal gesehen.
Richard trat auf die Bremse.
Das Auto hinter ihm hupte.
Er bemerkte es kaum.
Sein Blick wanderte zum Rückspiegel.
Die Straße hinter ihm war voller Fahrzeuge.
Menschen.
Lichter.
Nichts Ungewöhnliches.
Dann sah er ihn.
Nur für einen Sekundenbruchteil.
Am Straßenrand.
Einen Mann in Schwarz.
Richard drehte den Kopf.
Niemand.
Er sah wieder in den Rückspiegel.
Nichts.
Sein Herz schlug bis zum Hals.
Das Radio lief noch immer auf voller Lautstärke.
Doch plötzlich hörte Richard keine Musik mehr.
Nur ein leises Flüstern.
Direkt in seinem Kopf.
Du hast mich schon einmal gesehen.
Und diesmal wusste Richard, dass es kein Traum gewesen war.









Die Inhaltsangabe hat sehr viele Rechtschreibfehler, weswegen man schon von der Geschichte abgeschreckt wird. Der Titel des ersten Kapitels ebenfalls. Das sollte nochmal nachgebessert werden. Ansonsten klingt die Geschichte interessant, allerdings auch etwas, ich sag's Mal, verschwörerisch. Vielleicht wären da ein paar weniger Details besser. 😊
Ich bin froh, dass du deinen ersten Versuch gestartet hast 😊 Ich bin auch auf die Geschichte gespannt 😊
Mach einfach weiter so. Verbesserungen und Schreibfehler kann man immer korrigieren, Ideen im Kopf zu behalten, ohne sie aufzuschreiben allerdings weniger. Also mach weiter so 😊
OK. Bist du sicher, dass du nicht lieber einen Film daraus machen willst? Ich hab' das Gefühl, im Buch käme die Szene nicht so gut rüber wie in einem Film 😊
Klingt aber spannend und lässt dem Leser Interpretationsraum. 😊 Das werde ich jetzt den ganzen Tag nicht aus dem Kopf kriegen 😂