Prolog
Im Rudel von Alpha Lucius gab es keinen Platz für Mitleid – und erst recht nicht für die Liebe zu einem Menschen. Seit dem Tag, an dem Lucius behauptete, Menschen hätten seine Zwillingsschwester auf dem Gewissen, hegte er einen unerschütterlichen Hass gegen sie. Beweise gab es nie, doch das spielte keine Rolle. Der Vorwand genügte ihm, um jede Grausamkeit gegenüber den Menschen in der Umgebung zu rechtfertigen.
Als die neunzehnjährige Wölfin Ella dem zwanzigjährigen Menschen Alex beim Baden im See begegnete, traf sie das Schicksal unvorbereitet. Alex verliebte sich auf den ersten Blick Hals über Kopf in sie, und auch Ella verfiel ihm vollständig, obwohl er nicht ihr seelenverwandter Gefährte war. Beide wussten um die tödliche Gefahr ihrer Verbindung. Ein Jahr lang gelang es ihnen, ihre Liebe vor den Augen des Rudels zu verbergen – bis das Unvermeidliche geschah und Ella schwanger wurde.
Aus ihrer Verbindung entstand Tania – geboren unter einem Schicksal aus Verrat, Schmerz und Verachtung.
Gemeinsam schmiedeten Ella und Alex einen Plan, um das Land zu verlassen. In der Nacht ihrer geplanten Flucht wurden sie jedoch am Treffpunkt von Alpha Lucius und einem kleinen Kampftrupp überrascht ...
Lucius kannte keine Gnade. Er fesselte die beiden und begann, Alex auf die denkbar grausamste Art und Weise zu foltern, während er Ella dazu zwang, tatenlos zuzusehen. Nacheinander schnitt er dem jungen Mann die Finger ab. Alex schrie vor unerträglichem Schmerz, während sein Blut unaufhaltsam aus seinen Handstummeln floss. Anschließend fügte Lucius ihm tiefe, schwere Schnittwunden an Armen und Beinen zu und begann, ihn erbarmungslos mit einer Peitsche zu traktieren, bis Alex schließlich das Bewusstsein verlor. Ella flehte ununterbrochen unter Tränen darum, ihn gehen zu lassen und stattdessen sie zu töten. Doch Lucius setzte seine Grausamkeiten vollkommen unbeeindruckt fort.
Als Alex schließlich leblos am Boden lag, verwandelte sich Lucius in seinen riesigen Wolf. Mit seinen scharfen Krallen riss er Alex’ Brustkorb auf und trennte sein Herz heraus. Mit dem noch leicht pulsierenden Herzen in der Hand trat er auf die zitternde Ella zu, drückte es ihr brutal ins Gesicht und zischte: „Damit du niemals diesen Geruch vergisst!“ Danach warf er das Organ direkt vor ihren Füßen auf den blutigen Boden.
Ella schrie und weinte verzweifelt um Alex, während sie sich schutzsuchend den Bauch hielt. Erst in diesem Moment bemerkte Lucius den veränderten Geruch an Ella und realisierte ihre Schwangerschaft. Mit voller Wucht schlug er ihr ins Gesicht. Sie fiel hart zu Boden und rief gebrochen: „Bring es zu Ende ... töte mich!“ Doch Lucius sah sie nur dreckig grinsend an und antwortete: „Nein, das wäre viel zu einfach ... Ich habe ganz andere Pläne für dich.“
Er ließ Ella zurück ins Dorf schleifen und sperrte sie in das tiefste Verlies des Rudels ein. Einige Monate später gebar sie dort unter qualvollen Schmerzen, völlig allein und ohne jede fremde Hilfe ihr Kind. Man nahm ihr das Baby unmittelbar nach der Geburt weg und übergab es dem hiesigen Kinderheim. Der Grund dafür war einfach: Erst nach achtzehn Jahren ließ sich zweifelsfrei feststellen, ob das Kind das Erbe eines Wolfes in sich trug oder ein gewöhnlicher Mensch war. Ella hingegen wurde zur Prostitution gezwungen und als Hure jedem Mann des Rudels angeboten, der bereit war, dafür zu bezahlen.
Tania wuchs im Kinderheim auf. Sie erfuhr weder im Kindergarten noch später in der Schule jemals eine gute oder wohlwollende Behandlung. Zeitlebens blieb sie im Ungewissen darüber, wer ihre wahren Eltern eigentlich waren. Ihre Mutter war zwar auch Jahre später noch im selben Rudel als Prostituierte tätig, doch man erzählte Tania fälschlicherweise, dass ihre Eltern schon vor langer Zeit bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen seien. Ellas Leiden im Dorf war für alle offensichtlich; sie wurde täglich geschlagen, misshandelt und missbraucht. Immer wieder versuchte sie vergeblich zu fliehen, hatte aber panische Angst vor den Konsequenzen, die ein Ausbruch für Tania haben könnte. Daher blieb sie, wo sie war, und ertrug Jahr für Jahr die unvorstellbaren Qualen – genau wie ihre Tochter.
Tania entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem hübschen jungen Mädchen. Doch die Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Kinder der nachfolgenden Generation behandelten sie mit tiefer Verachtung. Sie wurde regelmäßig mit Essensresten beworfen und schmerzhaft geschlagen, wenn sie nicht schnell genug auf deren Befehle reagierte.
An ihrem siebzehnten Geburtstag machten sich die anderen Jugendlichen des Rudels einen grausamen Spaß daraus und trieben Tania wie ein gejagtes Tier durch den dunklen Wald. Sie hatten Stäbe mit Elektroschockern dabei und verfolgten das Mädchen panisch so lange, bis sie vor absoluter Erschöpfung auf dem Waldboden zusammenbrach. Der Sohn des Alphas, Timothy, trat an sie heran und stach ihr mehrmals mit dem Elektroschocker schmerzhaft zwischen die Beine. „Na, das macht dir doch bestimmt Spaß, du Hure. Vielleicht macht dir das, was jetzt kommt, noch mehr Spaß!“, rief er verächtlich. Er zerriss ihre Kleidung und zog seine Hose herunter. Sein steifer Schwanz ploppte nach oben. Vor den Augen der anderen vergewaltigte er sie schonungslos. Als er sein Sperma auf ihren geschändeten Körper gespritzt hatte, wandte er sich lachend an seine Kumpels: „Jetzt könnt ihr sie haben.“ Die anderen drei vergingen sich ebenfalls nacheinander an ihr. Anschließend stellten sie sich im Kreis um das am Boden liegende Mädchen herum, pinkelten sie an, gingen laut lachend weg und ließen sie schwer verletzt und weinend mitten im tiefen Wald zurück.
Das folgende Jahr bis zu ihrem achtzehnten Geburtstag stellte sich als das mit Abstand schlimmste ihres bisherigen Lebens dar. Tania wurde wiederholt von Timothy und seinen Freunden missbraucht. Selbst in ihrem kleinen Zimmer im Heim war sie vor den Übergriffen nicht sicher, denn wenn der Alpha-Sohn erschien, wurde er von den Heimleitern ohne jedes Zögern direkt in ihr Zimmer gelassen.
An ihrem achtzehnten Geburtstag warteten schließlich alle Rudelmitglieder um Mitternacht gespannt darauf, dass die Heranwachsenden des Jahrgangs sich zum ersten Mal verwandelten. Besonders Tania stand im Fokus aller hämischen Blicke. Als der entscheidende Moment schließlich gekommen war, verwandelten sich alle Jugendlichen ringsum in stolze Wölfe – mit Ausnahme von Tania, die vollkommen unverändert als Mensch stehen blieb.









Apropos, in der Einleitung hat Du im ersten Satz Tania und später dann Tina geschrieben. Kannst Du ja bei Gelegenheit ändern😘😘😘😘😘
wow das intro ist heftig
Ok, das ist jetzt das härteste Intro, was ich von dir bisher gelesen habe. Aber sehr gut geschrieben und sehr eindrucksvoll.